«Regio Chäsi Willisau» - eine Erfolgsgeschichte wird 10-jährig

Zu wenig Auslastung und tiefe Milchpreise. Diese und andere Probleme führten 2005 dazu, dass sich verschiedene Käserei-Genossenschaften auf der Luzerner Landschaft zusammenschlossen. Die «Regio Chäsi» sichert den Bauern einen guten Teil des Einkommens. Allerdings hat das Modell auch Schattenseiten.

Heute liefern gut 100 Bauern ihre Milch an die «Regio Chäsi Willisau». Die Genossenschaft verarbeitet sie in ihren beiden Käsereien in Kottwil, einem Ortsteil von Ettiswil, und ausserhalb von Willisau. Jährlich produzieren die beiden Betriebe unter anderem rund 1000 Tonnen Emmentaler und Sbrinz. Die Laiber werden grösstenteils an die Emmi verkauft. Diese wiederum vermarktet die Luzerner Produkte im Ausland - quasi Emmentaler made in Kottwil, sold in Italy.

Handeln in der Not

Als sich 2005 verschiedene Käsereien zur «Regio Chäsi Willisau» zusammenschlossen, war die Landwirtschaft im Wandel. Und sie ist es noch heute. Damals kämpften die Käsereien gegen zu schwache Auslastung und die Tatsache, dass sich immer mehr Landwirte neu orientierten, also nicht mehr in erster Linie auf ihre Milch setzten.

Ausserdem standen in Kottwil grosse Investitionen an. «Die rund vier Millionen Franken wären für die Genossenschaft Ettiswil-Kottwil kaum alleine zu stemmen gewesen», erklärt Ferdi Bisang, der Präsident der Genossenschaft «Regio Chäsi Willisau».

«  Die Bauern wurden noch mehr zu Einzelkämpfern. »

Hanspeter Hunkeler
Vizepräsident der Regio Chäsi Willisau

Der Zusammenschluss der Käsereien brachte zwar wirtschaftliche Sicherheit und einen besseren Milchpreis für die Bauern. Doch dass dadurch auch Dorfkäsereien schliessen mussten, löste teils Widerstand aus.

«Dadurch ging auch ein Stück Dorf-Identität verloren. Und die Bauern treffen sich heute nicht mehr zweimal täglich in der Käserei. Das bedeutet weniger Sozialkontakte - die Bauern wurden noch mehr zu Einzelkämpfern», sagt Hanspeter Hunkeler, der Vizepräsident der Genossenschaft.

Entwicklung der Käsereien in der Zentralschweiz

19992013
113 Emmentaler Käsereien25 Emmentaler Käsereien
29 Sbrinz Käsereien15 Sbrinz Käsereien
3 Le Gruyère Käsereien2 Le Gruyère Käsereien
9 Halbhart- und Weichkäsereien7 Halbhart- und Weichkäsereien
(Quelle: Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP)

Der Strukturwandel war in den letzten Jahren also bei den Emmentaler Käsereien am grössten. Hier ist/war vor allem der Kanton Luzern betroffen. Aber auch beim Sbrinz gab es seit 1999 viele Käserei-Schliessungen; hier ist/war die ganze Zentralschweiz davon betroffen.

Der Verband ZMP weist aber auch darauf hin, dass bei den Käsereien auch viele Käsereien, insbesondere beim Emmentaler, zusammengelegt wurden und grössere Gebilde entstanden, wie zum Beispiel die «Regio Chäsi Willisau». Dies auch im Hinblick auf die «Grenzöffnung» beim Käse zwischen der Schweiz und Europa im Jahr 2007. Das Ziel: Mehr Wettbewerbsfähigkeit durch tiefere Produktionskosten.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr)

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