Renergia: Der Güsel kann kommen

Seit Montag ist die neue 320 Millionen teure Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen in Betrieb. Der Ofen wird am Mittwoch angezündet. Die Verbrennungsanlage Ibach in Luzern hat ausgedient.

«Klar sind wir aufgeregt, die neue Anlage wird anfangs noch an Kinderkrankheiten leiden», sagt Renergia-Geschäftsleiter Ruedi Kummer. «Allerdings bin ich überzeugt, dass unsere 30 Mitarbeiter alles im Griff haben, wenn im Sommer der Normalbetrieb läuft.» Bis im Juni ist nun eine Testphase geplant. Künftig sollen dann bis zu 80 Lastwagen täglich ihren Abfall nach Perlen in die neue Anlage bringen.

Rund 200‘000 Tonnen Abfall wird die neue Anlage jährlich verbrennen. Durch die Verbrennung des Abfalls wird Dampf produziert, welcher eine Turbine antreibt. Der daran angeschlossene Generator produziert ca. 155 Gigawattstunden Strom pro Jahr – genug, um den Bedarf von rund 38‘000 Haushalten zu decken. Ausserdem entstehen grosse Mengen Wärme. Diese wird zur benachbarten Papierfabrik geliefert.

Ibach hat ausgedient

Mit der Aufnahme des Renergia-Betriebes geht eine Ära zu Ende: Die Kehrichtverbrennungsanlage Ibach hat nach 43 Jahren ausgedient. Das Problem dabei ist: An dieser Anlage ist ein Fernwärmenetz angehängt, das unter anderem das Luzerner Kantonsspital und das Emmen Center heizt. Damit diese Wärme weiterhin geliefert wird, heizt Energie Wasser Luzern diese Betriebe momentan mit Gas.

Künftig ist allerdings eine umweltfreundlichere Lösung geplant: Die Abwärme der Stahl-Produktion von Swiss Steel, welche viel Energie produziert, soll für das Heizen dieser Betriebe gebraucht werden. Die Umsetzung dieses Plans wird allerdings noch einige Jahre in Anspruch nehmen, da noch Fördergelder fehlen.