Riesenkristalle wieder zurück im Gotthardmassiv

Die Riesenkristalle, die 2008 am Urner Planggenstock entdeckt wurden, sind zurück im Gotthardgebiet. Der aussergewöhnliche Fund ist in einer neuen Ausstellung im Museum Sasso San Gottardo zu sehen.

Vier Männer hinter einer Berg-Kristallgruppe.

Bildlegende: Bewundern den Kristall im Berg: Elio Müller, Adolf Ogi, Franz von Arx und Alfred Markwalder (v.l.). Keystone

Der Schatz vom Planggenstock gilt wegen seiner Grösse als einer der bedeutendsten Kristallfunde des Alpenraums. Die 1,5 Tonnen schwere Kristallgruppe erstreckt sich über drei auf drei Meter.

Die Funde wurden 2008 von den Urner Berufsstrahlern Franz von Arx und Elio Müller aus einer Kluft rund 60 Meter im Berginnern ans Licht gebracht. Der grösste Einzelkristall ragt einen Meter in die Höhe.

Die neue Ausstellung wurde am Mittwoch im Beisein von alt Bundesrat Adolf Ogi vorgestellt. Zu sehen ist sie bis zur Winterpause am 18. Oktober. «Wir hoffen nun vor allem auf mehr Gruppen-Besuche», sagt Alfred Markwalder von der Stiftung Sasso San Gottardo.

Im Besitz einer Privatperson

Die Bergkristalle gehören laut Angaben der Stiftung einer Privatperson. Diese leiht ihr Besitztum dem Museum für fünf Jahre gratis aus. Entstanden waren die Kristalle vor 14 bis 18 Millionen Jahren bei der Alpenfaltung.

Neben dem Jahrhundertfund widmet sich das Museum Sasso San Gottardo neu auch einem Jahrhundertbauwerk. Eine multimediale Ausstellung zum Gotthard-Basistunnel thematisiert den zunehmenden Verkehr in der globalisierten Welt und setzt sich auch mit Energiefragen auseinander.

Neue Aussichtsplattform

Aus den Räumen der einstigen Artilleriefestung führt zudem ein Seitenstollen zu einer neuen Aussichtsplattform. Von dort gibt es einen Ausblick in die Bergwelt am Gotthard.

Die 8000 Quadratmeter grosse Festung Sasso da Pigna wurde 1943 erstellt und war von 1943 bis 1999 in Betrieb. Seit 2001 gilt die Kampfanlage nicht mehr als geheim. 2012 wurde sie als Museum Sasso San Gottardo eröffnet.