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Roman über Louis Gut «Er hat uns auch heute noch etwas zu sagen»

Der Autor Willi Bürgi erzählt die Geschichte des Bauern und Literaten Louis Gut. Den Rohstoff fand er auf dem Estrich.

Legende: Audio Gespräch mit Willi Bürgi (20.12.2017) abspielen. Laufzeit 6:37 Minuten.
6:37 min

Im Roman «Kaltbach» Jeder Tag hat seine Nacht erzählt der Journalist und Kolumnist Willi Bürgi eine Landgeschichte frei nach dem frühen Briefwechsel und den Tagebüchern von Louis Gut. «Kaltbach» spielt im Kanton Luzern und ist die Geschichte des Bauern und Literaten Louis Gut (1886 – 1957).

Willi Bürgi ist sozusagen über den Stoff zu seinem Roman gestolpert. Das kam so: Bürgi wohnt in Sursee in einem Haus, das 1923 von Louis Gut erbaut wurde und wo dieser auch seine Tagebücher schrieb. Diese übergab Gut dann seinem Nachfolger und dieser wiederum verstaute sie auf dem Estrich.

Ich bin fasziniert von der Person. Er ist ein sehr reifer Mensch.
Autor: Willi BürgiJournalist und Kolumnist

Diese Kiste mit den sechs Tagebüchern, mit Kurzgeschichten, vielen Gedichten und den Briefen zwischen dem Liebes- und Ehepaar Gut entdeckte Journalist Willi Bürgi dann auf seinem Estrich. Er war fasziniert vom Menschen Louis Gut und findet, dieser habe uns etwas zu sagen. Seine Überlegungen gingen weit über das Politische und Lokale hinaus.

Er sei ein sehr intelligenter Mensch gewesen mit einem ausgeprägten Sensorium für Kultur. Er sei aber ein Aussenseiter gewesen, in seinem Umfeld habe niemand auf seine Gedichte und philosophischen Abhandlungen reagiert.

Die Geschichte des Romans

«Kaltbach» spielt im Raum Sursee und ist die Geschichte des Bauern und Literaten Louis Gut (1886 - 1957), der in zahlreichen Schriften seine Zeit spiegelt. Louis Gut erlebte beide Weltkriege: Den Ersten grossenteils im Aktivdienst, den Zweiten als Privatmann im Luftschutzkeller.

Der junge Bauer hatte den Hof von seinem Vater übernommen. Er war vom Leben auf der eigenen Scholle überzeugt, seine Kräfte reichten aber nicht aus, sein Eigentum zu bewirtschaften. Er verkaufte seinen Hof und versuchte sich eine Existenz als Literat und Journalist aufzubauen. Das aber trug keine existenzsichernden Früchte und er versuchte sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Am Ende hinterliess er ein ansehnliches literarisches Vermächtnis.

Der Roman basiert auf dem ebenso melancholischen wie lyrischen Briefwechsel mit seiner späteren Frau und auf dem Tagebuch von Louis Gut aus den 1920er bis 1950er Jahren. Das Buch ist im Verlag Pro Libro erschienen.


Der Autor

Willi Bürgi wurde 1935 in Feusisberg geboren. Nach der Matura studierte er deutsche Literatur, Geschichte und Kunstgeschichte in Zürich, Fribourg und Wien. Er arbeitete als Kulturredaktor für die LNN, die Schweizer Familie und schliesslich für die NLZ. Heute ist er freier Journalist und Kolumnist. Er lebt in Sursee.

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