Rote Karte für pöbelnde Eltern

Wenn Eltern ihre Sprösslinge im Unrecht sehen, geraten sie nicht selten in Rage. Um Schiedsrichter, Trainer und Mannschaft vor verbalen, aber auch handfesten Attacken zu schützen, weist der Innerschweizer Fussballverband Eltern in die Schranken.

In der letzten Saison kam es in den unteren Ligen der Zentralschweizer Junioren mehrmals zu Ausrastern von Eltern. Beim traurigen Höhepunkt schlug gar ein Vater den Trainer mit der Faust zu Boden. Gegen solche Ausschreitungen zückt der Innerschweizer Fussballverband, IFV, nun die rote Karte. Mit einer Kampagne unter dem Titel «Eltern weg vom Spielfeldrand» macht der IFV auf das Problem aufmerksam. Dabei kommen Flyer und Plakate zum Einsatz, aber auch Absperrungen, welche den Spielfeldrand nur für die Trainer und Mannschaften zugänglich machen.

Einfluss der Eltern minimieren

Urs Dickerhof, Präsident des Innerschweizer Fussballverbands sagt: «Mit der Kampagne möchte man die Ablösung der Eltern von den Kindern fördern und den Einfluss der Eltern auf das Spiel minimieren.» Dieser Massnahmenkatalog umfasst keine Stadion- oder Platzverbote für gewalttätige Eltern. Diese lägen in der Kompetenz der jeweiligen Vereine: «Da die Plätze den Klubs gehören, kann der Verband keine Verbote aussprechen. Diese müssten die Klubs selbständig über eine Strafanzeige einleiten.»

FC Lungern besonders fair

Der Fussballverband betont, dass der grösste Teil der Fussballspiele in den unteren Ligen sportlich und fair ablaufen würden. Deshalb würden insgesamt auch 47'000 Franken für Fairnesspreise eingesetzt. Aktuell ist der FC Lungern der fairste Fussballclub der Schweiz.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.