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Zentralschweiz Rote Zahlen und der Fall «Romer» beschäftigen die Stadt Zug

Bei einem Aufwand von rund 260 Millionen Franken resultiert in der Stadt Zug im Jahr 2012 ein Minus von sieben Millionen. Die Strafuntersuchung gegen Ex-Finanzchef Ivo Romer dauert wohl noch mehr als ein Jahr, schätzen die Strafverfolger.

Präsentation der Zuger Stadtrechnung 2012
Legende: Finanzdirektor Karl Kobelt und Stadtpräsident Dolfi Müller (v.l.) legen zum dritten Mal in Folge rote Zahlen vor. srf

Besonders zu Buche schlugen im letzten Jahr der Kauf des ehemaligen Landis & Gyr Gebäudes (49,1 Mio.) und die Abgaben an den kantonalen und nationalen Finanzausgleich (total 66,5 Mio.). Letztere liegen um ein Mehrfaches höher als noch vor vier Jahren. Auf der Einnahmenseite waren die Steuererträge kleiner als erwartet: Budgetiert hatte die Stadt Zug knapp 116 Millionen Franken, tatsächlich waren es 100 Millionen.

Massnahmenplan soll es richten

Um die Finanzen im Lot zu behalten, will Zug an drei Orten ansetzen: Die Ausgaben senken, die Einnahmen (z.B. bei Dienstleistungen und Mieten) erhöhen und die Belastung durch den Finanzausgleich verkleinern. «Wir haben mit den Gemeinden und der Kantonsregierung über den Finanzausgleich diskutiert und positive Signale bekommen. Optimal wäre eine Erleichterung zwischen acht und zehn Millionen Franken», sagte Karl Kobelt, der Finanzchef der Stadt Zug gegenüber dem Regionaljournal. Stadtpräsident Dolfi Müller doppelte nach: «Geht es der Stadt Zug schlecht, geht es dem ganzen Kanton schlecht.»

Fall «Romer» ist aufwändig

Finanzdirektor Kobelt präsentierte erstmals eine Jahresrechnung in seiner neuen Funktion. Er folgte im Dezember 2012 auf Ivo Romer. Dieser war zurückgetreten, weil ihm vorgeworfen wird, er habe in seinem Nebenamt als Vermögensverwalter mehrere Millionen Franken veruntreut. Deshalb laufen gegen Romer noch immer zwei Untersuchungen: Eine Strafuntersuchung der Zuger Strafverfolgungsbehörden und parallel eine politische Aufarbeitung zu den Abläufen und Kontrollen in der Zuger Stadtverwaltung. «Die Strafuntersuchung wird wegen seiner Komplexität wohl noch ein Jahr dauern. Unter anderem müssen auch internationale Amtshilfegesuche behandelt werden», sagte Marcel Schlatter, Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörde. Die Untersuchungskommission des Stadtparlaments (PUK) hat unterdessen einen Experten beigezogen. Zu komplex sei die Materie in gewissen Bereichen, sagte PUK-Präsident Jürg Messmer gegenüber dem Regionaljournal.

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