Ruedi Lustenberger: «Das ist mein grösster Erfolg»

Zu Beginn der Wintersession hat der Nationalrat Ruedi Lustenberger zum neuen Präsidenten gewählt. Der 63-jährige CVP-Politiker aus dem luzernischen Romoos debattiert gerne und plädiert für mehr Gelassenheit und Patriotismus.

Ruedi Lustenberger und Maya Graf

Bildlegende: Der neue Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger (CVP/LU) mit seiner Vorgängerin Maya Graf (GP/BL). Keystone

Die Wahl von Ruedi Lustenberger zum neuen Nationalratspräsidenten fiel klar aus: Der 63-jährige Romooser erhielt 175 Stimmen. Damit ist nach 126 Jahren wieder ein Entlebucher in dem Amt. In seiner Antrittsrede vor dem Nationalrat zog Lustenberger einen Vergleich zu seinem beruflichen Hintergrund - jener des Schreinermeisters: «Zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wil ich mich bemühen, die aufgetragene Arbeit korrekt, gut und zur Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden auszuführen.»

Respekt, aber keine Angst

Am Freitag vor seiner Wahl stand Ruedi Lustenberger dem Regionaljournal Zentralschweiz Red und Antwort. Dabei drückte er seine Freude über die bevorstehende Wahl aus: «Diese ist mein grösster persönlicher Erfolg. Ich habe Respekt, aber keine Angst davor.» Lustenberger war während der vergangenen zwei Jahre bereits Vizepräsident des Nationalrats. Dabei übte er sich nach eigner Aussage in Zurückhaltung und verzichtete weitgehend auf Engagements in Komitees.

Für das Präsidialjahr besserte Lustenberger zudem seine Französischkenntnisse auf. Er besuchte im vergangenen Jahr einen dreiwöchigen Sprachkurs in Strassburg und im Sommer einen einwöchigen Intensivkurs in Avignon. «Das war eine sehr wertvolle Erfahrung mit Menschen aus verschiedenen Ländern in einer Klasse zu sitzen.»

Als höchster Schweizer will Ruedi Lustenberger den Bürgerinnen und Bürgern in Erinnerung rufen, dass es dem Land trotz aller Probleme gut gehe: «Das vergessen wir oft. Und wir müssen Sorge tragen, dass es uns weiter gut geht.»

Geschickter Lobbyist

Der fünffache Familienvater ist seit 14 Jahren Nationalrat. Er machte sich als bodenständiger Politiker einen Namen. Ratskollegen bezeichnen ihn als über die Parteigrenzen hinaus verlässlichen und geschickten Lobbyisten. Gesellschaftspolitisch zählt er zum konservativen Flügel der CVP. Er selber sieht sich als konservativen, grünen CVP-Politiker.

Obschon Lustenberger seine Schreinerei vor zwei Jahren einem langjährigen Mitarbeiter übergeben hat, bleibt er ein Gewerbevertreter. Er ist nach wie vor Zentralpräsident des Verbands der Schreinermeister und Möbelfabrikanten sowie Vorstandsmitglied des Gewerbeverbands.

Das Anliegen, dass bei der Vergabe öffentlicher Aufträge künftig die Ausbildung von Lehrlingen ein Kriterium sein soll, geht auf Ruedi Lustenberger zurück.