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Zentralschweiz Salle Modulable: Der Traum ist geplatzt

Das Luzerner Kantonsparlament hat den Projektierungskredit von 7 Millionen Franken für das geplante Musiktheater mit 62 zu 51 Stimmen abgelehnt. Damit sei das Vorhaben Geschichte, sagt der Luzerner Kulturdirektor Reto Wyss.

Legende: Audio Einschätzungen zum Entscheid des Kantonsrats (12.09.2016) abspielen. Laufzeit 7:35 Minuten.
7:35 min
Legende: Video Luzerner Kantonsrat lehnt «Salle modulable» ab abspielen. Laufzeit 4:54 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 12.09.2016.

In der Stadt Luzern wird auf dem Inseli kein flexibel nutzbares Musiktheater gebaut. Das Projekt sei mit der Ablehnung des Planungskredits durch den Kantonsrat definitiv Geschichte, erklärt ein enttäuschter Luzerner Kulturdirektor Reto Wyss nach der Debatte. Einen Plan B gebe es nicht, und er glaube nicht, dass ein privater Sponsor jetzt einspringe.

Der Kantonsrat hat am Montag mit 62 zu 51 Stimmen den Planungskredit für die Salle Modulabe abgelehnt. Das 208-Millionen-Projekt sei «überdimensioniert» und «zu teuer», hiess es bei den Gegnern im Kantonsrat. Ausserdem sei das Vorgehen des Trusts, welcher das Vermögen des Spenders Christof Engelhorn verwalte, «intransparent» und «undemokratisch».

Die Befürworter betonten hingegen die Chance, die mit dem neuen Musiktheater verbunden seien. Auch der Bildungsdirektor Reto Wyss appellierte an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, dem Projekt noch nicht den Stecker zu ziehen.

Ablehnung von allen Seiten

Von Seiten der SVP, SP und den Grünen kamen viele kritische Stimmen, aber auch bei der CVP blieben viele Ratsmitglieder skeptisch. Die Sorge um die schwierige Finanzlage des Kantons Luzern scheint dem Projekt den Todesstoss versetzt zu haben.

Ich bin enttäuscht und entsetzt.
Autor: Michael HaefligerIntendant des Lucerne Festivals

Sehr enttäuscht äussert sich Michael Haefliger, der Intendant des Lucerne Festivals, zum Entscheid: «Ich bin enttäuscht und entsetzt.

Ich kann nicht nachvollziehen, wieso man ein schon so weit geplantes Projekt bachab schickt.»

Wie stark die Debatte bewegte, spiegelte sich in den Voten der Kantonsparlamentarier: Es ergriffen unzählige Politikerinnen und Politiker das Wort, auch solche, welche sich sonst kaum öffentlich äussern. Auch die Zuschauerränge waren voll besetzt mit Leuten aus der Luzerner Kulturszene und interessierten Bürgerinnen und Bürgern.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Es gibt es doch noch! Politiker, die mit Vernunft und ohne Realitätsverlust dieses überrissene Projekt auf dem dem Volk gehörenden Naherholungsgebiet „Inseli“ hoffentlich endgültig beerdigt haben. Es kann und darf nicht sein, dass sich eine kleine selbsternannte Kulturelite auf Kosten der Steuerzahler ihrem visionären Spieltrieb frönen wollen.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Es gibt es doch noch! Politiker, die mit Vernunft und ohne Realitätsverlust dieses überrissene Projekt auf dem dem Volk gehörenden Naherholungsgebiet „Inseli“ hoffentlich endgültig beerdigt haben. Es kann und darf nicht sein, dass sich eine kleine selbsternannte Kulturelite auf Kosten der Steuerzahler ihrem visionären Spieltrieb frönen wollen.
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  • Kommentar von Ida Fischer (Ida Fiischer)
    Eine Totgeburt und das war dieses Grössenwahnsinnigen Projektes schon zu Beginn . Der Menschenverstand siegte und hat diesem Gigantismus endlich beendet. Sie haben uns vor einem Millionengrab wie es die Elbphilharmonie in Hamburg gegeben hat bewahrt. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/millionengrab-elbphilharmonie-der-grosse-eisberg-ueber-der-stadt-13427408.html. Das Stadttheater wird mit 300.- Fr. pro Ticket subventioniert. Dieses Fass ohne Boden reicht.
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