Salle Modulable Luzern: Neue Hürden für das Grossprojekt

Das Musiktheaterhaus darf das Gebäude des heutigen Luzerner Theaters nicht tangieren. Das verlangen Privatpersonen per Initiative. Ausserdem liegen an zwei von drei möglichen Standorten Herausforderungen im Boden.

Das Luzerner Theater von aussen betrachtet.

Bildlegende: Das Luzerner Theater. Sein Vorplatz ist einer der möglichen Standorte der Salle Modulable. SRF

Für das geplante neue Musiktheater Salle Modulable gibt es momentan noch drei mögliche Standorte. Diese werden gegenwärtig in zwei verschiedenen Studien detailliert auf Vor- und Nachteile geprüft:

  • der Theaterplatz neben dem heutigen Luzerner Theater
  • das sogenannte Inseli am See, hinter dem Bahnhof
  • ein Kiesplatz am Alpenquai, in der Nähe der Kantonsschule

Die Ergebnisse der Studien werden nach Angaben von Stadt und Kanton Luzern Anfang April dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt. Entsprechend ungünstig kommt die jüngste Initiative im Zusammenhang mit dem Grossprojekt: Sie heisst «Luzerner Theater: Ein Kultur-Haus für alle» und wurde von Privaten lanciert.

Screenshot aus dem Kantonsblatt des Kantons Luzern.

Bildlegende: Ein Ausschnitt aus dem Luzerner Kantonsblatt, das die Initiative veröffentlicht hat. SRF/Screenshot

Das Begehren zielt darauf ab, dass das Gebäude des heutigen Luzerner Theaters nicht durch den Bau einer Salle Modulable tangiert werden darf. Ausserdem müsse es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, falls es nicht mit dem neuen Musiktheater kombiniert würde.

Unklare Folgen

Die Initianten haben nun bis zum 6. April Zeit, 800 Unterschriften zu sammeln. Kommt die Initiative zustande und wird der Standort Theaterplatz favorisiert, würde dies wohl die weitere Planung des Projekts verzögern. Von offizieller Seite wollte sich am Mittwoch niemand konkret zu den möglichen Folgen äussern.

Klar ist allerdings: Weitere Verzögerungen könnten die Realisierung der Salle Modulable grundsätzlich in Frage stellen.

Denn bis Ende 2018 müssen Stadt und Kanton alle politischen Entscheide fällen und auch die Finanzierung muss sichergestellt sein. Nur dann fliessen die rund 80 Millionen Franken aus dem Erbe des verstorbenen Mäzens Christoph Engelhorn an das Projekt.

Weitere Unwegsamkeiten

Am Standort Theaterplatz kommt eine weitere Hürde dazu: Im Boden ist ein grosses Pumpwerk der Kanalisation installiert. Ausserdem sind dort auch zahlreiche Gas-, Wasser- und Stromleitungen verlegt. Bauarbeiten im Boden würden also zur Herausforderung.

Der Standort Inseliquai kommt für viele nicht in Frage, aus Angst, die Grünanlage müsste weichen. Vor diesem Hintergrund ist noch eine weitere Initiative hängig, die gar einen Ausbau des Parks fordert.

Was ist dezentral?

Bleibt Variante drei - ein Kiesplatz in der Nähe der Kantonsschule Alpenquai. Auch dort ist im Boden ein Pumpwerk vergraben. Aber der Platz würde rein räumlich mehr Möglichkeiten bieten. Ein weiteres Gegenargument, das ins Feld geführt wird: Der Standort Alpenquai wäre dezentral gelegen.

Verschiedene Luzerner Architekten entkräften dieses Argument allerdings. So etwa Thomas Lussi. Er sagt: «Grössere Städte platzieren öffentliche Bauten zum Teil ganz bewusst dezentral, um gewisse Quartiere aufzuwerten. In Luzern könnte man das ebenso machen. Schliesslich liegt der Alpenquai nur einen Katzensprung vom Zentrum entfernt.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr