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Schwarzgeld im Ausland Reuige Zentralschweizer zahlen fast 40 Millionen Steuern nach

In den Zentralschweizer Kantonen haben sich deutlich mehr Steuersünder als im Vorjahr selber angezeigt.

Legende: Audio Geld kommt von einfachen Arbeitern und grossen Fischen abspielen. Laufzeit 4:49 Minuten.
4:49 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 11.01.2018.

Plötzlich tauchen Millionen auf: Im letzten Jahr haben sich in der Zentralschweiz rund 2000 reuige Steuersünder angezeigt, welche nicht deklarierte Vermögen haben. In allen Kantonen ist die Zahl der Selbstanzeigen deutlich gestiegen (siehe Tabelle). Hintergrund ist der automatische Informationsausstausch mit dem Ausland, der ab 2018 gilt (siehe Kasten).

Bei den grösseren Fällen gehen wir davon aus, dass diese Leute wussten, dass sie das Geld deklarieren müssen.
Autor: Philipp MoosZuger Steuerverwaltung

Die Selbstanzeigen kämen zum Beispiel von Schweizern, die ein Ferienhaus im Ausland haben, die meisten aber seien Migrantinnen und Migranten, sagt Meinrad Betschart vom Schwyzer Steueramt: «Das sind vielfach einfache Gastarbeiter, welche ein Häuschen oder einen Bauernhof in ihrer Heimat haben. Es sind selten grosse Vermögen, welche nun auftauchen.» Viele von ihnen hätten nicht gewusst, dass sie diese auch in der Schweiz deklarieren müssen.

Aber es seien auch grosse Fische darunter. «Das grösste Vermögen, das uns nachgemeldet wurde, beträgt 20 Millionen.» Insgesamt sind so gut 5 Millionen Franken nachgezahlt worden.

Grosse Fische

Im Kanton Zug sind zwar bloss etwa ein Viertel mehr Selbstanzeigen eingegangen, diese brächten aber total 11 Millionen Franken Nachsteuern, sagt Philipp Moos von der Zuger Steuerverwaltung: «Bei den grösseren Fällen gehen wir davon aus, dass diese Leute schon länger wussten, dass sie das Geld eigentlich deklarieren müssen.»

Wer künftig mit undeklarierten Vermögen im Ausland auffliegt, muss eine Busse bezahlen. Geld auf Schweizer Konti bleibt von der neuen Regelung aber ausgenommen, hier gilt das Bankgeheimnis weiterhin.

Reuige Steuersünder nach Kantonen


Selbstanzeigen im Jahr 2017Nachsteuern für 2017 in Franken
Anzeigen-Zunahme im Vergleich zu 2016
Schwyz7725'100'000+155%
Obwalden212871'106+175%
Uri100300'000
+300%
Nidwalden1735'600'000+125%
Zug19010'900'000+25%
Luzern49515'500'000+17%

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.

Neue Regeln ab 2018

Ab 2018 gilt in der Schweiz der automatische Informationsaustausch: Neu erhalten die Steuerbehörden Hinweise zu Geldern, welche in der Schweiz wohnhafte Leute im Ausland haben. Werden diese nicht versteuert, ist ab diesem Jahr eine Busse fällig.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Wenn das Bankgeheimnis in der Schweiz aufgehoben würde käme noch viel, viel mehr zum Vorschein. Aber FDP, CVP und insbesondere SVP mit der Initiative von Herr Matter wollen das nicht. Sie wollen lieber vermögende Betrüger schützen. Eine Krähe hackt ja nie einer anderen die Augen aus.
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  • Kommentar von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
    "Geld auf Schweizer Konti bleibt von der neuen Regelung aber weiterhin ausgenommen, hier gilt das Bankgeheimnis weiterhin." Aus meinem Verständnis nichts anderes, als dass Steuerhinterziehung sehr geduldet wird, solange die Vermögenswerte auf CH Banken liegen. Es müsste sich ja eigentlich aus Verrechnungssteuereinnahmen errechnen lassen, wieviel Kapital (-Lotteriegewinne, -Versicherungsleistungen) nicht deklariert wird. Wurde das mal berechnet, publiziert? Müsste eigentlich entlarvend sein.
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