Schweizer Heimatschutz kritisiert den Kanton Schwyz

Teile von zwei über 700-jährigen Häusern mitten in Schwyz sorgen für Aufregung. Wegen einer neuen Überbauung sollen sie abgerissen werden. Nun schaltet sich der Schweizer Heimatschutz ein - und die Schwyzer Regierung reagiert.

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Rettungsversuch

6:39 min, aus Schweiz aktuell vom 29.10.2013

Wandmalereien im Innern der beiden Schwyzer Häuser.

Bildlegende: Wandmalereien im Innern der beiden Schwyzer Häuser. Christoph Clavadetscher, Bote der Urschweiz

Von aussen sieht man den beiden Häusern nichts an. Im Innern aber finden sich Wandteile aus mittelalterlichen Herrschaftshäusern. Ein interessanter Fund der Schwyzer Denkmalpflege: «Vor allem in einem der Häuser ist noch die Stube erhalten geblieben - das ist ein wichtiges Zeitzeugnis», sagt der Schwyzer Denkmalpfleger Thomas Brunner gegenüber SRF.

Allerdings liegt für die neue Überbauung im Dorfbachquartier bereits der Plan für drei Häuser mit 24 Wohnungen vor. Dies ruft jetzt den Schweizer Heimatschutz auf den Plan. Der Geschäftsleiter des Schweizer Heimatschutzes, Adrian Schmid, sagt: «Die Regierung soll sofort ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege einholen und einen Planungsstopp für die Überbauung verfügen.»

Die Schwyzer Regierung reagiert prompt: «Wir werden den Sachverhalt neu prüfen und in der Gesamtregierung entscheiden, wie wir weiter vorgehen. Die Bauherrschaft hat das Recht, bald zu erfahren, ob ein Planungsstopp erfolgen wird oder nicht», sagt der zuständige Regierungsrat, Bildungsdirektor Walter Stählin.

Falls es trotzdem zum Abriss der beiden Häuser kommt, plant die Schwyzer Denkmalpflege, die alten Wände auszubauen und so die schützenswerten Malereien zu retten.