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Zentralschweiz Schwyzer Polizist vor Gericht: Verteidigung plädiert auf Notwehr

Im September 2012 erschoss ein Polizist der Kantonspolizei Schwyz einen Einbrecher bei einer Polizeikontrolle auf der Ibergereggstrasse in Rickenbach. Am Montag stand der Polizist vor dem Strafgericht: Die Staatsanwältin fordert 5 Jahre und 3 Monate. Die Verteidung hingegen spricht von Notwehr.

Polizeisperre im Kanton Schwyz
Legende: Die Schwyzer Kantonspolizei sperrte die Ibergereggstrasse nach dem Vorfall grossräumig. Keystone

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Kantonspolizisten Anklage wegen vorsätzlicher Tötung und eventuell fahrlässiger Tötung sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben.

Der Polizist habe in der bedrohlichen Situation in unverhältnismässiger Weise von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Es habe keine Notwehr vorgelegen, der Polizist habe die Tötung in Kauf genommen, sagte die Staatsanwältin am Montag in Schwyz.

Die Verteidigung plädierte auf Notwehr. Der Polizist habe aus einer verdächtigen Bewegung des Beifahrers geschlossen, dass dieser bewaffnet sei, und deshalb habe er geschossen. Die Verteidung verlangt einen Freispruch.

Einbruch in Uri - Flucht nach Schwyz

Zum tödlichen Schuss war es in der Nacht vom 11. auf den 12. September 2012 gekommen. Damals brachen zwei Cousins zusammen mit Komplizen im Kanton Uri ein. Die Cousins flüchteten mit einem gestohlenen Kleinbus und gerieten in Rickenbach bei Schwyz in eine Polizeikontrolle.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft feuerte der beschuldigte Polizist vom Beifahrersitz einen Schuss auf den Kleinbus ab. Das Projektil tötete den 24-jährigen Beifahrer und verletzte den 25-jährigen Lenker des Kleinbusses.

Der Verletzte entkam zuerst, wurde aber am Abend darauf nass und verschmutzt in der Nähe des Tatortes unterhalb der Ibergeregg aufgegriffen. Kurz darauf, im Oktober 2012, wurde der Mann nach Moldawien ausgeschafft und mit einer zehnjährigen Einreisesperre belegt. Er war in Dänemark wegen versuchten Bankraubes sowie Ladendiebstahles vorbestraft. Im August 2013 wurde er in Abwesenheit vom Urner Landgericht zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Schwyzer Polizist, der den tödlichen Schuss abgefeuert hatte, wurde in den Innendienst versetzt. Sein Ziel sei es, möglichst bald wieder bei der Sicherheitspolizei arbeiten zu können, sagte er vor Gericht. Das Urteil wird vorausslichtlich am Mittwoch bekannt gegeben.

Legende: Video Polizist vor Gericht abspielen. Laufzeit 03:30 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 14.04.2014.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "Die Staatsanwältin will N. wegen vorsätzlicher Tötung für 5¼ hinter Gitter schicken" Zurücktreten ist angesagt!
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Was ist das für ein krankes Land, wo man einen Polizisten jahrelang hinter Gitter bringen will, nur weil er einen Serien-Einbrecher auf Beutezug, unterwegs in einem gestohlenen Wagen, versehentlich erschossen hat?
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Wie ich die Sache sehe, ist es Notwehr dritter. Die Gefahr fuer den Rest der Bevoelkerung war klar gegeben. Die haetten kein Halt gemacht wenn ein Senior oder Kinder ueber die Strasse gelaufen waehren. Im gegenteil, mit der Polizei hinten dran gibt man voll Gas ohne Ruecksicht. Auch Rote Ampeln und Stop Strasse wuerden in der Verfolgung missachtet. Somit ist es eine reale Gefahr und musste sofort Gestoppt werden, somit war dies klar Notwehr und im interesse der Bevoelkerung. Freispruch!
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