Erdrutsch Bristen Seilbahn für Bristen ab Mittwoch in Betrieb

Das Urner Bergdorf Bristen wird nach einem Erdrutsch vor neun Tagen ab Mittwoch wieder einfacher erreichbar. Der Regierungsrat hat am Dienstag grünes Licht gegeben für die Wiederinbetriebnahme einer knapp 100 Jahre alten Standseilbahn. Sie verkehrt täglich jeweils von 04.00 bis 00.30 Uhr.

Bristenbahn

Bildlegende: Das Bristenbähnli fährt ab Mittwoch wieder täglich während 20 Stunden. Keystone

Wie die Urner Baudirektion am Dienstag mitteilte, sind alle technischen Tests an der 1920 gebauten Standseilbahn des Kraftwerks Amsteg positiv verlaufen. Der Regierungsrat erteilte am Dienstag eine temporäre Konzession. Bereits am Montag war die Bahn von der Interkantonalen Kontrollstelle für Seilbahnen und Skiliftanlagen (IKSS) abgenommen worden.

Die 400 Meter lange Standseilbahn zwischen Amsteg und Bristen soll am Mittwoch den fahrplanmässigen Betrieb aufnehmen. Am Dienstag wird das Bahnpersonal geschult. Zu diesem zählen zahlreiche Zivildienstleistende.
Die Bahn transportiert pro Fahrt 20 Personen. Einheimische hätten bei der Benutzung Vorrang, heisst es in der Mitteilung.

Am 5. März rutschte ein rund zehn Meter langes Teilstück der einzigen Strassenverbindung von Amsteg nach Bristen ab und verschüttete das darunterliegende Strassenstück. Menschen kamen keine zu Schaden.

Konvoi für eingeschlossene Autos

Die alte Standseilbahn fährt solange, bis die Bristenstrasse wieder befahren werden kann. Diese bleibt für mehrere Wochen gesperrt. Helikopterflüge werden nur noch im Notfall bewilligt.

Im 450-Seelen-Dorf, das seit Tagen nur per Helikopter oder per 25-minütigen Fussmarsch erreichbar ist, beginnt sich das Leben derweil zu normalisieren. Ab Mittwoch werde der Haushaltsabfall wieder wie bisher entsorgt und könne an den gewohnten Standorten zur Abholung bereitgestellt werden, heisst es in einem Flugblatt an die Bevölkerung.

Noch immer befinden sich mehrere Autos in Bristen, die im Ort eingeschlossen sind. Im Verlauf der Woche soll klar werden, wann die Fahrzeuge in einer einmaligen Aktion ins Tal nach Amsteg überführt werden können.
Für Anliegen der Bevölkerung wurde eine Hotline eingerichtet. Diese ist unter der Nummer 041 875 24 63 zwischen 7 und 18 Uhr erreichbar. Nachts kann sie für Notfälle angerufen werden.