«So oder andersch» - von der Kapelle zum Restaurant

Inmitten von modernen Industriebauten steht in Wolhusen eine Kapelle. Erbaut wurde sie vor hundert Jahren von der Familie Geistlich, die mit ihrer Leimfabrik das Leben in Wolhusen mitprägte. Privat gehörte die Familie Geistlich der Bewegung der Täufer an.

Die Täuferkapelle wurde während vieler Jahrzehnte intensiv von der Glaubensgemeinschaft genutzt. Sie stand dann aber mehrere Jahre leer. Das junge Ehepaar Eveline und Lukas Schär übernahm den oberen Stock des Gebäudes als Wohnung. Die beiden Quereinsteiger konnten 2013 die ganze Kapelle kaufen und gestalteten den eigentlichen Sakralraum zum Gastrolokal um.

«  Wir haben beim Umbau versucht, die Ausstrahlung des Raums möglichst zu erhalten. Ein paar Kirchenbänke zeugen von seiner Vergangenheit. Und natürlich die Kirchengesangsbücher. Die sind jetzt unsere Speise- und Getränkekarten. »

Lukas Schär
Besitzer und Wirt «Kapello»

Vielen Wolhuserinnen und Wolhusern war die Kapelle der Industriellenfamilie Geistlich lange Zeit suspekt. Sie wussten nicht genau, ob das eine Sekte sei und wer da ein- und ausgehe. «Uns kam zu Ohren, dass die Familie Geistlich auch versucht habe, Angestellte zum Täufertum zu bekehren», sagt Lukas Schär.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr.