«So oder andersch»: Wo früher Ställe waren, sind heute Büros

Der Grossbauernhof in der Gemeinde Cham galt jahrzehntelang als Vorzeigebetrieb. 2003 dann das Ende: Der Bund hatte die Subventionen gestrichen, daraufhin rentierte die Landwirtschaft nicht mehr. In den letzten Jahren wurden die historischen Gebäude zu Büros umgebaut. Keine einfache Aufgabe.

Gründer des Hammerguts Cham war Heinrich Ulrich Vogel-Saluzzi. Er führte an der Lorze eine Schmiede und verkaufte seine Produkte in Zürich. Damit verdiente die Familie gutes Geld.

Ursprünglich hatte Heinrich Ulrich Vogel nichts mit der Landwirtschaft am Hut, war aber ein Pferdenarr und so investierte die Familie 1854 in das Hammergut. Ein Verwaltergebäude und rund zehn Nebengebäude entstanden. Dabei war das Vorgehen unüblich für diese Zeit: Die Gebäude wurden alle gleichzeitig erbaut und umstellten mehrere Innenhöfe.

Kälbermast im grossen Stil

In den 1960er Jahren machte die Familie Vogel einem weiteren, damals unüblichen Schritt. Sie setzte auf Kälbermast. Bis zu 400 Tiere wurden gleichzeitig gemestet. Bauern, Forscher und Lehrlinge aus der ganzen Schweiz kamen nach Cham, um sich inspirieren zu lassen.

Nebst dem Hammergut baute die Familie Vogel auch die Papierfabrik Cham auf. Das Gut gehörte fortan zur selben Aktiengesellschaft. 2003 kam dann das Ende des Landwirtschaftsbetriebs, weil der Bund die Subventionen für derartige Betriebe gestrichen hatte.

Was folgte, war jahrelange Planerei, Bewilligungsverfahren und Umzonungen. Bis schliesslich ein Zürcher Architekturbüro das Chamer Hammergut für rund 30 Millionen Franken zu einem neuen Quartier umbauen konnte. Die meisten historischen Gebäude stehen noch heute und dienen als Büros oder Wohnungen. Daneben entstanden neue Wohnhäuser mit insgesamt rund 40 Wohnungen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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