Sorge tragen zum Boden - Luzerner Kantonsrat genehmigt Richtplan

Der Kanton und die Gemeinden sollen haushälterischer mit dem Boden umgehen, die Zersiedelung stoppen, verdichtetes Bauen fördern. Das verlangt der revidierte Richtplan. Der Kantonsrat hat ihm am Montag zugestimmt. Skeptisch äusserten sich Vertreter von Landgemeinden.

Die Bevölkerung des Kantons Luzern wird in den nächsten zwanzig Jahren um 60'000 auf 450'000 Einwohnerinnen und Einwohner wachsen. Davon geht der revidierte kantonale Richtplan aus. Um das Wachstum zu lenken, sind die Gemeinden in acht verschiedene Kategorien eingeteilt worden. Vier der acht Kategorien umfassen Zentrumsgemeinden, drei Landgemeinden. Dazu kommen die Gemeinden entlang der Autobahn.

Umstrittene Folgen für die Landschaft

Für jede Gemeindekategorie werden Vorgaben gemacht, wie viel Gemeinden wachsen dürfen und wie dicht sie bauen sollen. Hier äusserten sich Land-Vertreter skeptisch.

Urs Marti (CVP, Zell) beispielsweise befürchtete, dass sich die Landgemeinden kaum noch entwickeln könnten. Die Landschaft werde ausgeblutet und zur Wohnregion, die Pendlerströme würden folglich wachsen.

Der Vierwaldstättersee fotografiert vom Pilatus.

Bildlegende: Der Kanton Luzern wird bis in 20 Jahren rund 60'000 Einwohner mehr haben. Davon geht der revidierte Richtplan aus. Keystone

Baudirektor Robert Küng widersprach. Die Landgemeinden hätten noch erhebliche Bauzonenreserven, um wachsen zu können. Trotzdem verlangte der Kantonsrat mit 73 zu 35 Stimmen einen Ausgleich zwischen Stadt und Land. So sollen Folgen der Richtplanrevision zum Beispiel durch Massnahmen in der Regionalpolitik, der Verkehrsplanung oder des Finanzausgleichs kompensiert werden.

Am Ende der dreistündigen Diskussion wurde der Richtplan mit 97 zu 12 Stimmen gutgeheissen.