Stans gedenkt der verheerenden Brandnacht vor 300 Jahren

In kurzer Zeit waren 65 Wohnhäuser vom Feuer zerstört worden, viele Menschen wurden obdachlos. Der Obrigkeit lieferte der Brand einen Vorwand, die Rechte des Volkes zu beschneiden - wenn auch nicht für lange.

En Mann vor dem Stanser Dorfplatz mit rot eingefassten Bühnen.

Bildlegende: Gemeinderat Peter Steiner auf dem Stanser Dorfplatz; im Hintergrund die Bühnen für die Brandnacht-Gedenkfeier. srf

Zwei Drittel des Dorfes Stans waren in der Nacht auf den 17. März 1713 innert weniger Stunden abgebrannt. Das Feuer hatte sich sehr schnell ausgebreitet. Wohl waren keine Toten zu beklagen, doch verloren Hunderte von Stanserinnen und Stansern ihr Obdach.

Streng geplanter Wiederaufbau

Die Obrigkeit nutzte den Brand zu einer Disziplinierung des Volkes und brachte an der Landsgemeinde eine Einschränkung der Volksrechte durch. «Doch nur ein Jahr später kippte das Volk die neuen Vorschriften wieder», sagt der Stanser Gemeinderat Peter Steiner zu den politischen Folgen der Brandnacht.

Der Wiederaufbau von Stans wurde detailliert geplant, und zwar nach dem Vorbild des Städtchens Willisau. Dank rigorosen Vorschriften erhielt das Dorf sein heutiges Erscheinungsbild mit dem dominanten Hauptplatz neben der Kirche.

Einmaliger Gedenkanlass

Auf dem Dorfplatz wird am Samstag der Brandnacht vor 300 Jahren gedacht. Das Musikerpaar Coal Burrell und Sarah Bowman hat dafür eine musikalische Inszenierung geschaffen, die nur ein einziges Mal aufgeführt wird. Mit dabei sind ein Chor, die Stanser Jodlerbuebe und eine Brassband.