Strommasten-Kontrolle im Entlebuch

Im Herbst laufen die Kontrollen von Stromleitungen in der Schweiz auf Hochtouren. So auch im Entlebuch im Kanton Luzern. Ein weitläufiges Stromnetz über Stock und Stein sorgt dafür, dass selbst der abgelegenste Bauernhof in dieser Gegend mit Strom versorgt ist.

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Luftiger Arbeitsplatz

4:10 min, aus Schweiz aktuell vom 10.11.2014

Die oberirdische, rund 400 km lange Leitung im Entlebuch wird von 10‘000 Masten getragen. Stromnetzkontrolleur Andreas Graf und sein Team von den Zentralschweizer Kraftwerken CKW kontrollieren die Strommasten im Entlebuch. Ein Grossteil der Kontrolle wird vom Helikopter aus durchgeführt. Graf überfliegt im unwegsamen Gelände alle oberirdischen Stromnetze in der Region und überprüft dabei Masten um Masten.

«Der Helikopter ermöglicht uns eine Sichtkontrolle aus der Vogelperspektive. Schäden an den Leitungen oder an den Masten können wir so besser erkennen. Gerade bei Blitzeinschlägen sind die Beschädigungen vom Boden aus oft nicht zu erkennen», erklärt der Spezialist, der alleine in diesem Jahr rund 2500 Masten im Entlebuch kontrolliert.

Einige der Holzmasten haben über 100 Jahre auf dem Buckel.

Sie stammen noch aus der Anfangszeit der Elektrifizierung im Jahr 1913. Diese alten Strommasten, aber auch viele der neueren Generation, kontrolliert Andreas Graf nicht nur aus der Luft, sondern auch am Boden. Dabei verwendet er spezielle Werkzeuge, um herauszufinden, ob die Holzmasten morsch sind oder nicht. «Ich klopfe mit dem Hammer auf verschiedene Stellen beim Mast. Ist der Klang hell und klar, so ist mit dem Holz alles in Ordnung. Klingt es jedoch dumpf, so ist das Holz faul und der Mast muss ersetzt werden», sagt Graf.

Die Kontrolle vom Helikopter aus bevorzugt der Innerschweizer dann aber doch, auch wenn er bei seinen stundenlangen Kontrollflügen die schöne Aussicht oft nicht geniessen könne, stellt er mit einem Lächeln fest.