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Zentralschweiz Thomas Aeschi wehrt sich gegen parteiinterne Vorwürfe

Die SVP-Mitgliederversammlung in Walchwil verlief turbulent. Ein Mitglied gab den Austritt, die Diskussion über einen Ausschluss von Ex-Parteipräsident Markus Hürlimann wurde abgebrochen. Im Anschluss wurde die Abwesenheit von Interimspräsident Thomas Aeschi kritisiert.

Thomas Aeschi am Rednerpult im Nationalrat.
Legende: Thomas Aeschi während der Budgetdebatte im November 2014 im Nationalrat. Keystone

Moritz Schmid, SVP-Kantonsrat aus Walchwil und aktueller Zuger Kantonsratspräsident brauchte nach der Versammlung deutliche Worte: «Unser Parteivorstand hat nicht den Mumm, hinzustehen und diese Sache zu klären.» Hintergrund ist die Affäre rund um Ex-Parteipräsident Markus Hürlimann und Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin.

Insbesondere SVP-Interimspräsident Thomas Aeschi wird von Schmid kritisiert: «Gerade in einem so heiklen Fall gehört der stellvertretende Präsident an die Versammlung.» Thomas Aeschi war an der entsprechenden Versammlung nicht anwesend.

«Wählerinnen und Wähler können sehr wohl differenzieren»

Thomas Aeschi lässt diesen Vorwurf nicht gelten. Er sei aktuell am WEF in Davos. Zudem könne keine Rede davon sein, dass die Partei führungslos sei. «Wir haben einen zweiten Vizepräsidenten und er hatte zugesagt, die Mitgliederversammlung zu leiten», sagt Aeschi gegenüber Radio SRF.

Weiter stimme es nicht, dass der Parteivorstand nicht dabei sei, die Affäre aufzuarbeiten. «Wir haben schon diverse interne Sitzungen zum Thema abgehalten und haben auch Markus Hürlimann angehört.»

Auswirkungen auf die SVP des Kantons Zug werde die Affäre kaum haben, ist Thomas Aeschi überzeugt. «Die Wählerinnen und Wähler können sehr wohl differenzieren, dass es sich hier um eine persönliche Angelegenheit von Markus Hürlimann handelt.»

Markus Hürlimann gab in seiner Rede vor der SVP-Mitgliederversammlung am Donnerstagabend Fehler zu, wehrte sich aber gegen Vorverurteilungen. Er und die Co-Präsidentin der Alternativen-die Grünen seien sich an der Landammann-Feier «näher gekommen». Hürlimann kritisierte aber auch die eigene Partei. Wenn jeder, der einmal über die Stränge schlage, aus der Partei ausgeschlossen würde, träfe es noch andere SVP-Mitglieder.

Markus Hürlimann an der SVP-Mitgliederversammlung am Donnerstag Abend in Walchwil.
Legende: Markus Hürlimann an der SVP-Mitgliederversammlung am Donnerstag Abend in Walchwil. Keystone

Rudolf Schaub von der SVP Walchwil hatte den Ausschluss gefordert. Die Debatte über seinen Antrag wurde aber von einer Mehrheit der Versammlung abgelehnt.

Nun überlege er sich einen Austritt, so Schaub im Anschluss an die Versammlung. Ein SVP-Mitglied trat aus Ärger über die Nicht-Diskussion an Ort und Stelle aus der Partei aus. Von einer «Zerreissprobe für die Partei» spricht Kantonsratspräsident Moritz Schmid.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Vollmer, Zürich
    Am Bsp. von Thomas Aeschi lässt sich schön aufzeigen, wie «volchsnah» auch SVP-Politiker doch sind. Statt an der wichtigen Mitgliederversammlung Präsenz zu markieren & wieder Vertrauen zu schaffen, vergnügt man sich lieber am WEF, trinkt Schampus & hält sich für wichtig. dabei vergisst der Politiker gerne, wer ihm eigentlich zu diesen Apéro Riche verholfen hat. Es ist das VOLCH, das sich dann in Walchwil im «Bären» fragt, wo denn ihr Volksvertreter geblieben ist. Das nenne ich Wählermissbrauch!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Es ist noch lange bis zum Wahloktober. Trotzdem, den Medien entgeht keine einzige Parteiversammlung, Wortmeldung oder "Schwachstelle" eines Politikers rund um und in der SVP! Jede "Nadel im Heuhaufen" wird nun genüsslich breit gedrückt, gesucht und täglich eine fette Schlagzeile konstruiert! Die "Berufs-Hasser", Richtung wählerstärksten Partei, werden bis zu den Wahlen "intensive Arbeit leisten"! Jedes Forum, jede Meldung und jeder Kandidat wird dran kommen und in den Foren täglich verunglimpft!
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  • Kommentar von Kurt Vollmer, Zürich
    Problembewältigung à la SVP! Der Interimspräsident vergnügt sich lieber bei Häppchen und Schampus, statt sich der Mitgliederversammlung zu stellen. Und dann lässt man zu guter Letzt noch vom Stapel, die Wähler könnten sehr wohl unterscheiden. Ich hoffe sehr, dass sie dies bei den nächsten Wahlen tun! Auch hier ist sich jeder am Nächsten und einmal gewählt vergisst auch ein SVP-ler schnell, wer ihn in Amt & Würde gehievt hat. Lästiges Fussvolk, oder?
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