Tötungsdelikt in Krienser Restaurant vor Obergericht

Im Jahr 2009 wurde in einem Restaurant ein Mann erschossen und ein zweiter verletzt. Der geständige Täter stand heute vor dem Obergericht. Die Verhandlung drehte sich darum, ob der Mann aus Notwehr gehandelt hat oder nicht.

Justitia-Statue

Bildlegende: Notwehr oder nicht - das muss das Luzerner Obergericht beurteilen. Keystone

Der Beschuldigte war im Restaurant mit Kollegen am pokern, als zwei Männer mit einer Schreckschusspistole und einem Schlagstock hereinkamen. Es folgte eine verbale Auseinandersetzung, dann feuerte der Beschuldigte zwei Schüsse ab. Den einen Mann traf er tödlich, den anderen verletzte er.

Der Verteidiger sagte bei der Verhandlung, der Schütze sei freizusprechen, weil er aus Notwehr gehandelt habe. Er habe um sein Leben gefürchtet, weil die beiden Männer bewaffnet gewesen seien. Deshalb sei er freizusprechen.

Der Staatsanwalt und die Vorinstanz beurteilen den Fall anders: Notwehr sei bei dem Mann, der eine Pistole getragen habe, gerechtfertigt, aber nicht beim anderen Mann, der mit einem Schlagstock bewaffnet war. Es sei nicht verhältnismässig, auf ihn zu schiessen. Der Staatsanwalt fordert 27 Monate Gefängnis, sechs davon unbedingt.

Das Urteil ist noch nicht bekannt. Am Donnerstag steht der Mann, welcher mit einem Schlagstock bewaffnet war vor Obergericht, die beiden Fälle werden danach zusammen behandelt.