Trotz Ultimatum: Bleibt «Gundula» in Luzern?

Seit zwei Wochen besetzt die Gruppe «Gundula» eine alte Villa an der Obergrundstrasse 99 in Luzern. Bis morgen müssen sie das Gebäude jedoch verlassen, die Polizei hat ihnen ein Ultimatum gestellt. Ob «Gundula» der Forderung nachkommt, ist noch offen.

Frontalaufnahme der Villa an der Obergrundstrasse.

Bildlegende: Die alte Villa an der Obergrundstrasse lebt wieder: Seit zwei Wochen besetzen Menschen der Gruppe «Gundula» das Haus. Keystone

Rund 50 Personen gehen regelmässig ein und aus in der alten Villa mitten in der Stadt Luzern. Sie besuchen Konzerte, Kurse, Vorträge und die täglichen Vollversammlungen, die von der Besetzer-Gruppe «Gundula» organisiert werden. Jede und jeder ist willkommen und kann sich beteiligen - es soll ein Haus für alle sein.

Nur gehört das Haus nicht «Gundula», sondern der Bodum Invest AG. Diese teilte mit: «Die Grundeigentümerin akzeptiert die illegale Hausbesetzung als solches nicht und hat deshalb Strafanklage bei der Staatsanwaltschaft eingereicht.» Weiter fordert sie die Gruppe «Gundula» auf, die Villa per sofort zu verlassen, denn die Bodum Invest AG möchte nun erste Sanierungsarbeiten durchführen. Zuvor stand das Haus zwei Jahre lang leer.

Grundsatzdiskussion ausgelöst

Ist es legitim, ein Haus mitten in der Stadt zwei Jahre lang ungenutzt zu lassen? Diese Frage sei durch die Besetzung der alten Villa öffentlich diskutiert worden, was auch dem Ziel der Gruppe «Gundula» entspreche, sagen ihre Mitglieder.

Ihnen wurde jetzt aber von der Polizei ein Ultimatum gestellt: Bis am Mittwoch, 27. April, müssen sie das Haus verlassen. Falls sie dies nicht freiwillig tun, muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob das Haus durch die Polizei geräumt werden soll.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr