Umstrittener Einbürgerungs-Entscheid wird weiter gezogen

Letzte Woche hat die Gemeindeversammlung von Sarnen einem schwer behinderten Mann aus dem Irak die Einbürgerung verwehrt. Der Beistand des 22-jährigen Mannes ist nicht einverstanden mit diesem Entscheid. Er will ihn an die Obwaldner Regierung weiter ziehen.

Ein Schweizer Pass

Bildlegende: Ob ein schwer behinderter Mann aus Sarnen den Schweizer Pass erhält, muss die Obwaldner Regierung entscheiden. Keystone

Sobald er das schriftliche Protokoll der Gemeindeversammlung in den Händen habe, ziehe er den Fall weiter an die Obwaldner Regierung. Dies bestätigte Werner Häfliger vom Sarner Sozialdienst gegenüber Radio SRF.

Werner Häfliger ist der Vormund des 22-jährigen schwer behinderten Irakers. Aus seiner Sicht habe der Mann sämtliche Kriterien für eine Einbürgerungen erfüllt. Die Nichteinbürgerung sei somit missbräuchlich und eine Diskriminierung eines mehrfach behinderten Menschen. Von einer Einbürgerung erhoffe sich der Mann eine grössere Sicherheit, in der Schweiz bleiben zu können. Zudem fühle er sich genügend integriert.

Die Gemeindeversammlung von Sarnen hatte dem Mann letzte Woche die Einbürgerung verwehrt, entgegen der Empfehlung des Sarner Gemeinderates. Die SVP hatte einen Gegenantrag gestellt und Zweifel an den sprachlichen und staatsbürgerlichen Grundkenntnissen des Tetraspastikers geltend gemacht.