Unverständnis für viele Überstunden des Polizeikommandanten

Polizekommandant Reto Habermacher geht Ende September nach 22 Dienstjahren in Pension. Das «Urner Wochenblatt» berichtete am Mittwoch, dass Habermacher bis Ende 2015 fast 3100 Überstunden angesammelt habe. Dazu kämen nicht bezogene Ferien von 40 Tagen.

Reto Habermacher im SRF-Studio Luzern im August diesen Jahres.

Bildlegende: Reto Habermacher im Regionalstudio von Radio SRF in Luzern im August diesen Jahres. SRF

Reto Habermacher hat gemäss Recherchen des Urner Wochenblattes fast 3100 Überstunden angehäuft. Der Chefbeamte verzichtet auf einen Grossteil der Vergütungen, kann sicher aber rund 15 Prozent als Lohnpauschale auszahlen lassen. Eine offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, doch sorgte die Überstundenregelung im Landrat für Irritationen.

Über Jahre hinausgezögertes Problem

Die FDP-Fraktion des Landrates reichte am Mittwoche einen Vorstoss ein, in dem sie kritisierte, dass die Lösung des Entschädigungsproblems Jahre hinausgeschoben worden sei. Der Polizeikommandant erhalte bei seinem Abgang eine grössere Zahlung für nicht kompensierte Überzeit, obwohl diese grösstenteils Jahre zuvor entstanden sei.

Gemäss dem geltenden Personalreglement könne aber davon ausgegangen werden, dass eine Vergütung innerhalb jenes Jahres erfolge, in dem der Anspruch entstanden sei. Der Bürger und Steuerzahler habe ein Recht zu wissen, wie Überzeitsaldi entschädigt würden.

FDP will Auskunft zu Regelungen

Die FDP will von der Regierung wissen, wie die Kontrolle der Überzeiten gehandhabt werde, ob es Modalitäten zu maximalen Überzeitsaldi gebe und ob - wie in der Privatwirtschaft - auf Kaderstufe gewisse Überzeitleistungen entschädigungslos vereinbart würden.