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Zentralschweiz Urner CVP sagt Nein zur 2. Röhre am Gotthard

Die Urner CVP bietet ihrer Bundesrätin Doris Leuthard die Stirn und will keinen zweiten Gotthard-Strassentunnel. Die Parteiversammlung der grössten Urner Partei beschliesst nach einer emotionalen Diskussion die Nein-Parole für die Abstimmung vom 28. Februar 2016.

Legende: Video Zweite Gotthardröhre abspielen. Laufzeit 04:14 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 06.11.2015.

Die Urner CVP ist ein Abbild für die unterschiedlichen Grundhaltungen im Kanton Uri zur Tunnelfrage. Sowohl im Pro- als auch im Contra-Komitee kämpfen Exponenten der Urner CVP an vordester Front.

Entsprechend mit Spannung wurde am Donnerstagabend die offizielle Parolenfassung der CVP Uri erwartet. Nach langer und intensiv geführter Diskussion vertritt die grösste Urner Partei die Nein-Parole. Das Resultat war mit 115 Nein zu 55 Ja eindeutig.

Hitzige Diskussion

Der Saal in Altdorf war übervoll und die Debatte verlief engagiert. Die Gegner führten vor allem ins Feld, dass die neue Tunnelröhre auf die Dauer kaum einspurig geführt werden könne. «Es wird der teuerste Pannenstreifen der Welt», sagte ein junger Mann.

Die Befürworter konterten, dass die «EU uns nichts zu sagen hat». Am Schluss der Debatte war das Abstimmungsresultat deutlich mit 115 Nein zu 55 Ja-Stimmen. Die Parteipräsidentin der Urner CVP, Christine Widmer, mahnte zum Schluss: «Nicht alle gehen zufrieden nach Hause. Steht trotzdem hinter unserer Partei. Bei uns haben verschiedene Meinungen Platz.»

Kosten 2,8 Milliarden

Der 1980 eröffnete Gotthard-Strassentunnel muss aus Altersgründen umfassend erneuert und deswegen für längere Zeit gesperrt werden. Der Bundesrat und das Parlament haben deshalb den Bau einer zweiten Röhre mit anschliessender Sanierung des bestehenden Tunnels beschlossen. Laut Bund kosten die Sanierung des bestehenden Tunnels und der Bau des zweiten Tunnels 2,8 Milliarden Franken.

Nach der Sanierung werden zwar beide Röhren offen sein. Die Kapazität wird laut Bund dadurch nicht erhöht. Im Gesetz wurde verankert, dass stets nur eine Fahrspur pro Richtung dem Verkehr offensteht. Die andere dient als Pannenstreifen.

Auch CVP Schweiz nicht ganz geeint

Für die Gegner der zweiten Röhre ist dies ein Märchen: «Am Ende wird der Druck der EU und der Lastwagen-Lobby so gross werden, dass man die zweite Spur öffnet», ist Konrad Graber sicher. Der Luzerner CVP-Ständerat ist ein prominenter Gegner und Co-Präsident des bürgerlichen Komitees gegen die zweite Röhre.

Ganz anders sieht es CVP-Bundesrätin und Verkehrsministerin Doris Leuthard. «Der Gegenverkehr ist schlicht gefährlich». Immer wieder kommt es im Gotthard zu nicht erlaubten Wendemanövern, die die anderen Verkehrsteilnehmer gefährden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von gabi bossert (goba)
    Erlebt man den Irrsinn des wachsenden Verkehrs Life, dann wird auch eine CVP an der Realität nicht vorbei schauen können. Selbst Wachstumsorientiert, wird man sich dagegen stellen müssen. MEHR Strassen, MEHR Verkehr. Die Schliessung der Neu gebauten 2. Röhre, nach dem Bau, wird die Politik nicht durchhalten. Da wachsen die Argumente sehr schnell, die Befürwortung auch, das würde Gigantisch und untragbar für den Kt. Uri. Umweltprobleme nehmen nicht ab indem man sie durch Kosten ignoriert.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das nenne ich "Rückgrat". So sollte Sachpolitik sein, ich sage auch nein, denn das ist nicht notwendig. Je mehr wir Wirtschaftswachstum erzeugen, desto mehr Menschen werden irgendwo in der Welt ärmer. Ich glaube, dass der Flüchtlingsstrom das "Nebenprodukt" unseres viel zu hohen Wohlstandes ist. Somit können wir den Strom nur anhalten, wenn wir mit der Wirtschaft zurückfahren.
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  • Kommentar von E. Wagner (E. Wagner)
    Meine Unterstützung habt ihr auch. Denn das bringt nur noch mehr Verkehr und unsere Strassen sind schon heute am Limit. Utopia lässt Grüssen wenn schon dann von Basel –Chiasso alles untendurch, dann hätten wir endlich saubere Luft.
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