Urner Landrat will Lehrplan 21 nicht hinausschieben

Im Kanton Uri soll der neue Deutschschweizer Lehrplan 21 wie geplant im Sommer 2017 eingeführt werden. Der Landrat lehnte es ab, die Einführung wie von der SVP vorgeschlagen zu verschieben. Damit bestätigt das Parlament den Kurs der Regierung.

Schüler schreibt in ein Heft.

Bildlegende: In Uri soll der neue Lehrplan 21 wie in den anderen Zentralschweizer Kantonen im Sommer 2017 eingeführt werden. Keystone

Die SVP fand, die Regierung drücke unnötig «aufs Gaspedal» und man solle die Einführung des Deutschschweizer Lehrplans um drei Jahre verschieben. Man solle auch die Entscheide in den anderen Zentralschweizer Kantonen abwarten. Unterstützt wurde sie dabei von der FDP-Fraktion, die mit der Realisierung ebenfalls bis zum Sommer 2020 warten wollte.

Zeitplan im Einklang mit anderen Zentralschweizer Kantonen

Das Urner Kantonsparlament will aber nichts wissen von dieser Verschiebung. Die Forderung wurde vom Landrat mit 35 Nein- zu 23 Ja-Stimmen abgewiesen. Damit folgt das Parlament ihrem Bildungsdirektor Beat Jörg, der die Notwendigkeit der Einführung im Schuljahr 2017/18 betonte. Der Zeitplan sei mit den übrigen Zentralschweizer Kantonen abgesprochen und finde auch bei der Mehrheit der Lehrpersonen Anklang, sagte Jörg. Mit dem Lehrplan 21 erhalten die Volksschulen der Deutschschweiz erstmals vereinheitlichte Lernziele.

Hauswirtschaftsunterricht: Mehr Praxis gefordert

Gutgeheissen hat der Urner Landrat hingegen eine Forderung aus den Reihen der CVP: Der neu konzipierte Fachbereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH) sei im Gegensatz zum heutigen Unterricht zu theorielastig. Darum soll das Fach so gestaltet werden, dass der praktische Hauswirtschaftsunterricht im bisherigen Rahmen stattfinden kann. Diese parlamentarische Empfehlung fand eine breite Zustimmung sowohl bei der Regierung wie auch im Landrat mit nur einer Gegenstimme.