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Zentralschweiz Verkauf der Kirche in Perlen spaltet die Geister

Drei Kirchen für die Kirchgemeinde Buchrain Perlen ist eine zu viel. Das findet der katholische Kirchenrat und möchte die St. Joseph Kirche in Perlen verkaufen. Das Bistum Basel ist einverstanden. Am Donnerstagabend wurden die Einheimischen informiert. Diese waren nicht nur erfreut.

Kirche St. Joseph in Perlen.
Legende: Verkaufen oder nicht? So oder so bleibt die Kirche St. Joseph der Dorfbevölkerung erhalten. ZVG

Rund 160 Personen besuchten die Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Schulhaus Hinterleisibach in Buchrain. Der Verkauf der St. Joseph Kirche in Perlen sorgte für emotionale Diskussionen. «Ich wurde in dieser Kirche gefirmt, habe dort geheiratet, sogar meine Kinder haben dort geheiratet. Diese Kirche verkaufe ich nicht», sagte ein 83-jähriger Besucher der Veranstaltung. Viele waren seiner Meinung.

Kirchenratspräsident Peter Kaufmann versteht die Reaktionen. Insbesondere Perlen habe in letzter Zeit mit einigen Verlusten klar kommen müssen.

In letzter Zeit gingen in Perlen Läden zu, Restaurants schlossen, die Schule ist in privaten Händen. Da ist es schwierig auch noch die Kirche herzugeben.
Autor: Peter KaufmannKirchenratspräsident

Allerdings müsse man auch den Tatsachen in die Augen schauen. Die St. Joseph Kirche werde sonntags noch von 15 bis 20 Personen besucht. Drei Kirchen für Buchrain und Perlen seien zu viel.

Der Verkauf der Kirche an die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde Luzern sei sinnvoll, findet auch das Bistum Basel. Die Kirche bleibe so in christlichen Händen.

Die serbisch-orthodoxe Kirche Luzern feiert bereits seit 10 Jahren ihre Gottesdienste in einer Kirche in Buchrain und ist bestens verankert. Anders als bei den Katholiken, können die Serbisch-Orthodoxen die Kirche füllen. Sie würden sich über ein eigenes Gotteshaus freuen, sagt Goran Zekic von der serbisch-orthodoxen Kirchgemeinde Luzern. Trotzdem versteht er auch die Bedenken der Einheimischen.

Ich würde an ihrer Stelle vielleicht genauso reagieren. Was mich etwas stört, ist ihre Angst, dass alles anders wird. Das wird es nämlich nicht.
Autor: Goran ZekicSerbisch-orthodoxe Kirche Luzern
Katholikinnen und Katholiken der Kirchgemeinde Buchrain Perlen an der Informationsveranstaltung.
Legende: Sie sind zahlreich erschienen, um sich zu informieren: Katholikinnen und Katholiken der Kirchgemeinde Buchrain Perlen. SRF

Die Kirche würde für die Katholiken weiterhin tagsüber offen bleiben. Auch die wichtigsten Gottesdienste würden immer noch stattfinden. Die sozialen Projekte wie der Mittagstisch oder der Perlentreff würden im Pfarreisaal bleiben. «Das ist eine gute Lösung. Die Kirche wird weiterhin als Kirche genutzt. Was wollen wir noch mehr?», äusserte sich ein Mann an der Informationsveranstaltung.

Das letzte Wort haben die Katholikinnen und Katholiken in Buchrain und Perlen. Über den Verkauf wird am 26. November an der Kirchgemeindeversammlung Buchrain-Perlen entschieden.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

3 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Nun gibt es ein grosses Wehklagen weil die Kirche verkauft werden soll. Da müssen sich die Katoliken aber selber an der Nase nehmen. Sie treten Reihenweise aus der Kirche aus, weil sie die Kirchensteuer nicht bezahlen wollen. Die Kath. Kirche kann ohne Geld das Gotteshaus einfach nicht mehr halten.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Möglicherweise wird in den nächsten Tagen der Islamische Zentralrat sich am Kauf interessieren, zwecks Umwandlung zur Moschee. Viele muslimischen Shopper der künftigen nahegelegenen Mall of Switzerland würden dies sehr schätzen.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Es ist ja schon ein Armutszeugnis, dass Perlen es sich nicht mehr leisten kann, seine Kirche zu finanzieren und zu unterhalten und diese an eine fremde Religionsgemeinschaft verkauft werden muss. Aber anderseits sind die Perlerinnen und Perler selber schuld, Sie hätten halt fleissiger die Gottesdienste besuchen sollen.
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