Vierwaldstättersee könnte Uferkantone mit Wärme versorgen

Das Wasser aus dem Vierwaldstättersee kann den gesamten angrenzenden Siedlungsraum mit Wärme oder Kälte versorgen ohne Nachteile für die Umwelt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie zuhanden der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV) und des Kantons Luzern.

Vierwaldstättersee vor Gersau.

Bildlegende: Der Vierwaldstättersee - hier vor Gersau - ist ein gewaltiger Wärmespeicher. SRF

Ein Kubikmeter Seewasser reiche aus, um einen Quadratmeter Fläche in einem Gebäude rund zwei Tage lang zu heizen, teilte die AKV mit. Der Vierwaldstättersee enthalte mit fast zwölf Milliarden Kubikmeter Wasser ein gewaltiges Potenzial zum Heizen und Kühlen von Gebäuden.

Die Wissenschaftler der ETH-Forschungsanstalt Eawag gingen bei ihren Berechnungen davon aus, dass sich während der Heizsaison die obersten 50 Meter des Sees um höchstens ein halbes Grad Celsius abkühlen dürfen. Demnach fände sich im See eine Wärmemenge von total 2900 Gigawattstunden. Dies entspricht einem Wärmebedarf von gegen 300'000 Einwohnern.

Ein erstes Projekt am Vierwaldstättersee soll in Horw realisiert werden. Die Firma Seenergy hatte im Juli 2014 ein Konzessionsgesuch eingereicht. Sie will mit Wasser aus der Horwerbucht bis zu 1,1 Millionen Quadratmeter Wohn-, Büro- und Gewerbefläche heizen respektive kühlen.