Zum Inhalt springen
Inhalt

Zentralschweiz Vorwürfe gegen Luzerner Polizisten werden neu aufgerollt

Nach Vorwürfen gegen zwei Kadermitarbeiter der Luzerner Polizei wegen körperlicher Gewalt und sexueller Nötigung hat Justizdirektorin Yvonne Schärli eine externe Unersuchung angekündigt. Der eine Polizist wird suspensiert. Dem Polizeikommandanten sprach sie ihr Vertrauen aus.

Legende: Video Vorwürfe gegen die Luzerner Polizeiführung abspielen. Laufzeit 05:49 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 27.06.2013.

Schärli sei zum Schluss gekommen, dass es für das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit der Luzerner Polizei unabdingbar sei, den Fall nochmals administrativ zu untersuchen, teilte die Luzerner Justizdirektion mit. Die Führung übernimmt die Justizdirektorin selbst. Für die eigentliche Untersuchung wird sie
eine externe, ausserkantonale Person beauftragen.
 

Polizist wird suspendiert

Zudem hat Schärli veranlasst, dass der Mitarbeiter, der seine Freundin verprügelt haben soll, vom Dienst suspendiert wird. Die ausserordentliche Situation, in der sich der betroffene Mitarbeiter befinde und die Tragweite des Vorfalls hätten sie zu diesem Schritt bewogen, heisst es in der Mitteilung. Die Luzerner Justizdirektorin Yvonne Schärli verlangt von der Polizeiführung, dass diese die internen Prozesse hinterfragt, und wo notwendig Verbesserungen an die Hand nimmt. Dabei gehe es um die Fragen, was intern falsch läuft, weshalb Informationen anonym an die Medien gelangen, ob das Vertrauen fehle, sagt Yvonne Schärli gegenüber dem Regionlajournal Zentralschweiz.

Hensler fühlt sich getragen

Die Justizdirektorin spricht zudem gegenüber dem Kommandanten ihr Vertrauen aus. Dieses sei im Moment gegeben. Kommandant Beat Hensler fühlt sich, trotz interner Kritik, weiterhin getragen von seinem Korps. Ihm sei die Kritik bewusst, er kenne aber keinen Polizeikommandanten, welcher keine Kritiker habe. Die Mehrheit des Luzerner Korps stehe jedoch weiterhin zu ihm und seiner Arbeit, sagt Beat Hensler.

Die «Rundschau» von SRF berichtete am Mittwoch, ein Kaderpolizist soll 2010 an Heiligabend seine Freundin verprügelt haben. 14 Monate später sei er befördert worden.

SVP fordert eine PUK

Polizeikommandant Hensler sowie Yvonne Schärli äusserten sich offen gegenüber einer Untersuchung durch das Parlament. Eine solche Untersuchung durch die zuständige Kommission des Parlaments, der AKK, fordern die FDP, CVP, SP und die Grünen. Mit dieser Forderung rennen die Parteien offene Türen ein. Eine Untersuchung werde es geben, sagte Kommissionspräsidentin Nadia Furrer-Britschgi.

Die SVP geht einen Schritt weiter. In diesem Fall, der bereits öffentlich sei, müsse eine PUK, eine parlamentartische Untersuchungskommission, eingesetzt werden, sagte SVP-Fraktionschef Guido Müller.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von juerg doswald, 6353 weggis
    Fehler passieren überall, das ist klar. Man übt sich jetzt in Schadensbegrenzung. Der Polizist wird vom Dienst suspendiert. Aber warum lässt man es soweit kommen? Da ist ganz klar der Kommandant verantwortlich. Für das Verdecken der Vorfälle und die Beförderungen. Da würde ich nicht mehr von einem Vertrauen sprechen. Für mich ist das Misstrauen im grössten Grad. An dieser Stelle sollen Menschen sitzen, die das Vertrauen vom ganzen Kader besitzen und Vorbild Charakter darstellen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kari Huber, Surin
    Ja natürlich: Prügel sind verfolgenswert, sexuelle Übergriffe nicht. Beide Frauen haben wohl gemerkt, dass man nur öffentlich fertiggemacht wird, wenn man gegen einen Polizisten klagt. Und jedes Opfer von sexuellen Übergriffen weiss, dass man sofort den Verdacht auf sich selbst zieht: "Sie hat ihm bestimmt einladende Signale gegeben", "Sie wollte es wohl so", "Andere hat sie problemlos rangelassen", usw. An die Stelle einer sauberen und unpareiischen Untersuchung tritt die "Schuldvermutung".
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Filz pur: Natürlich beissen die Polizei und die Justiz einander nicht in den Hintern. Wieso muss Beat Hensler sein "Getragen Sein" dermassen zur Schau stellen ? Soll das ein Ablenkungsmanöver sein? Ist es ihm im Innersten doch nicht ganz wohl?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen