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Zentralschweiz Wachstum in Hochdorf wird eingeschränkt

Das Stimmvolk der Luzerner Seetalgemeinde hat klar entschieden: Die Gemeinde darf nur um maximal 70 Personen pro Jahr wachsen. Der Gemeinderat ist nun gefordert. Eine druckreife Lösung hat er noch nicht, sagt aber: Einen Einwohnerstopp werde es nicht geben.

Legende: Video Wachstum stark eingeschränkt abspielen. Laufzeit 03:49 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 09.03.2015.

Die Luzerner Gemeinde Hochdorf darf künftig nur noch um 50 bis 70 Personen pro Jahr wachsen. Die Stimmberechtigten haben am Sonntag die Initiative «Hochdorf wächst langsam» mit 54 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

«Hochdorf wächst langsam» - dieser Initiative haben 1480 Personen zugestimmt, 1255 haben sie abgelehnt. In Hochdorf wird damit das Bevölkerungswachstum ausdrücklich im Bau- und Zonenreglement eingeschränkt.

Die Initiative verlangt, dass die Bevölkerung in der 9400-Seelen-Gemeinde im fünfjährigen Durchschnitt nicht mehr als 0,7 Prozent pro Jahr steigen darf. Dies entspricht einer jährlichen Zunahme von maximal 50 bis 70 Personen. In den letzten fünf Jahren lag das Wachstum bei knapp 180 Personen pro Jahr.

Enttäuschter Gemeinderat

Gegen die Initiative wehrte sich der Gemeinderat von Hochdorf. Entsprechend enttäuscht ist Gemeindepräsidentin Lea Bischof: «Es ist ein schwieriges Zeichen, welches nach aussen gesendet wird, aber das Volk hat so entschieden.»

Das Wachstum durch Geburtenüberschuss und Zuwanderung in bestehenden Wohnungen und die Zuzüger in neugebauten Häusern sei nicht beeinflussbar, argumentiere der Gemeinderat im Abstimmungskampf. Er wollte Entwicklungsmöglichkeiten nicht durch zusätzliche Bestimmungen im Baureglement einschränken lassen.

Optimistischer Gewinner

Initiant Beat Meister hingegen ist überrascht vom deutlichen Ja. Er will dem Gemeinderat fünf Jahre Zeit geben, um auf die 0,7 Prozent Wachstum herunterzufahren. Dies ist für Meister realistisch. Andere Gemeinden seien in ihrem Wachstum noch mehr eingeschränkt, sagte er auf Anfrage.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Nachdem die 99%ige "Gegnerschaft" der damaligen eidgenössischen ECOPOP-Initiative mit dem "Vorschlaghammer" ein klares NEIN erreichte, werden sich nun vermehrt Gemeinden mit überdurchschnittlichem Wachstum selber zu helfen wissen. Hut ab, vor der Hochdorfer Stimmbevölkerung! Wenn die Gemeinde-Aufgaben (Steuern einsetzen) NUR NOCH reichen, wenn die Bevölkerung jährlich dermassen stark ansteigen kann (Zitat aus "schweiz aktuell"), stimmt wirklich etwas nicht mehr!
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Das ist einfach nur super! Endlich jemand der den Ausstieg aus dem Hamsterrad in die Wege leitet. Ich hoffe, dass dieses Beispiel in andern viel zu grossen Gemeinden wie z.B. Thun, bald Schule macht. Hier wird alles und jedes für Arbeitsplätze rücksichtslos verbetoniert. Wir brauchen aber gar nicht mehr Arbeitsplätze, wir haben nämlich zu viele, deshalb brauchen wir gemäss Wirtschaftsbossen noch mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland.
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  • Kommentar von Hans Laban, Luzerner-Hinterland
    Herr Meister das haben Sie gut gemacht. Für den Gemeinderat ist es eine wohl verdiente Ohrfeige. Diesem gierigen Wachstum muss endlich der Riegel geschoben werden. Denn mit so viel Wachstum wachsen auch die Infrastrukturen der Gemeinde und damit werden die einfachen Bewohner von Hochdorf, sprich Steuerzahler, mächtig zur Kasse gebeten. Man muss auch wissen, dass das Hochdorfer-Gewerbe das Wachstum unterstützen, selber zahlen sie aber nur 50% Steuern. Wo ist da die Gerechtigkeit?
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