Hausbesetzung in Luzern Weitere fünf Festnahmen nach Villen-Räumung

In der Stadt Luzern ist eine besetzte Villa an der Obergrundstrasse von der Polizei geräumt worden. Dabei wurden laut Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft vier Personen festgenommen. Im Nachgang kam es in der Stadt Luzern zu einer kleinen Demonstration.

Im Nachgang zur Räumung ist es am Dienstagabend vor dem Hauptgebäude der Polizei zu einer Demonstration gekommen. Zudem wollten Personen in das geräumte Haus eindringen. Insgesamt wurden in der Nacht fünf Personen festgenommen.

Die Polizei hatte am Dienstag gegen 14 Uhr die Villa an der Obergrundstrasse 101 geräumt. Zwei Personen hätten Widerstand geleistet, zwei hätten sich widerstandslos festnehmen lassen, sagt Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Verletzt wurde niemand.

Festnahme unter Buh-Rufen und Pfiffen

Die Villa an der Obergrundstrasse gehören einer Firma des dänischen Unternehmers Jørgen Bodum. Dessen Anwalt hatte am Montag Anzeige erstattet. Die vier Festgenommenen müssen sich jetzt unter anderem wegen Hausfriedensbruchs verantworten.

Nach der Räumung begann eine Baufirma damit, Fenster und Türen zu versperren. Vermummte Sympathisanten der Hausbesetzung reagierten mit Buh-Rufen und Pfiffen.

Vorwürfe an die Adresse des Besitzers

Die Besetzerinnen und Besetzer hatten bereits vor einem Jahr das Haus nebenan, die Obergrundstrasse 99 besetzt. Damals wurde die Besetzung länger geduldet: «Beim letzten Mal haben wir über einen längeren Zeitraum hinweg den Dialog gesucht und auch eine Frist gesetzt für den Auszug aus dem Haus. Dieses Mal waren nur wenige Leute vor Ort und es machte Sinn, das Haus sofort zu räumen und wieder zu verschliessen», sagt Simon Kopp.

Ob Bodum die Polizei aufgefordert hatte, das Haus rascher zu räumen, dazu wollte er sich nicht äussern.

«  Es machte Sinn, das Haus sofort zu räumen und wieder zu verschliessen. »

Simon Kopp
Sprecher Luzerner Staatsanwaltschaft

Der Besitzer Jørgen Bodum hatte vor einem Jahr in Interviews gesagt, er wolle die Villen renovieren, seine Projekte seien jedoch blockiert. Die Hausbesetzer hingegen werfen ihm vor, er lasse die geschützten Häuser absichtlich verlottern.