Wels-Plage im Sempachersee

Im Sempachersee verbreitet sich der Wels immer stärker. Er wird laut den Fischern zur Belastung, weil er einheimische Raubfische verdrängt. Jetzt wollen die Fischer abhelfen. Das ist allerdings nicht einfach, denn der Wels ist vor allem nachtaktiv. Doch nachts ist fischen verboten.

Ein Wels am Seegrund.

Bildlegende: Eigentlich sieht der Wels aus als könnte er kein Wässerchen trüben. Aber wehe, er geht nachts auf die Jagd. Colourbox

Seit schätzungsweise 20 Jahren leben Welse im Sempachersee. Wie sie genau in den See gelangt sind, ist unklar. Lange war die Anwesenheit des Wels' im See auch keine Problem. «Doch allmählich wird der Wels-Bestand zu einer echten Belastung», sagt Peter Schürmann, der Präsident des Fischereiverein Sempachersee.

Welse statt Hechte an der Angel

Taucher hätten jüngst massenhaft ruhende Welse am Seegrund beobachtet. Ausserdem zeige die Statistik, dass die Sempachersee-Fischer in den letzten beiden Jahren deutlich mehr Welse aus dem Wasser zogen als vorher. Peter Schürmann: «2014 waren es noch rund 300 Kilogramm Wels, im Jahr darauf etwa 1300.» Im Gegenzug würden immer weniger Hechte gefangen.

Die Fischer gehen davon aus, dass der Wels den Hecht aus dessen Revieren verdrängt, ihn frisst und zum Teil auch den Laich zerstört.

Wegen dieser Entwicklung sucht der Fischereiverband des Kantons Luzern nun nach Möglichkeiten, den Wels-Bestand im Sempachersee zu verkleinern. Das Problem das sich dabei stellt: Es gilt ein Nachtangelverbot, doch der Wels ist mehrheitlich nachtaktiv. Was nun?

Mehr erfahren über die Wels-Population

«Wir beantragen beim Kanton, dass das Nachtangelverbot diesen Sommer gelockert wird», sagt Peter Schürmann. Damit könnte nicht nur der Bestand des grossen Raubfisches dezimiert werden. Die Fischer möchten auf diesem Weg auch wissenschaftliche Daten zum Wels im Sempachersee erheben. Etwa zur genaueren Zahl der Tiere und deren Alter oder Wachstum.