«Wer bei der Fifa gearbeitet hat, ist gebrandmarkt»

Der Zuger Landammann Heinz Tännler sieht den Kanton Zug vor schwierigen Aufgaben. Diesen wolle er sich lieber widmen als die «Ochsentour als Bundesratskandidat» zu absolvieren. Seine Tätigkeit als Fifa-Chefjurist vor 10 Jahren habe nichts mit seiner Absage zu tun.

Vor ein paar Tagen zog der Zuger Landammann und Baudirektor Heinz Tännler seine Bundesratskandidatur zurück. Selbst für den Parteipräsidenten der Zuger SVP, Thomas Aeschi, kam diese Absage «überraschend». Heinz Tännler will nicht von einem Sinneswandel sprechen. Er habe schlicht «scharf nachgedacht» und sei zum Schluss gekommen, dass ihm die Nähe zum eidgenössischen Parlament fehlt.

«Chancen sind minim»

Weiter stehe der Kanton Zug vor grossen Herausforderungen. Denen wolle er sich stellen. Deshalb habe er entschieden, sich diese «Ochsentour» nicht anzutun, so Heinz Tännler weiter. Auch weil die Chancen «in die Kränze zu kommen, minim sind».

Die aktuellen Korruptionsvorwürfe rund um die Fifa seien nicht der Grund für seinen Rückzug als Bundesratskandidat. Heinz Tännler war von 2004-2007 Chefjurist der Fifa. Die Medien würden sich nun auf diese Tätigkeit stürzen, kritisiert Heinz Tännler. Wer bei der Fifa gearbeitet habe, werde «gebrandmarkt», stellt er fest. Er sei «stolz auf seine Arbeit bei der Fifa». Mit der Korruption innerhalb der Fifa habe er «absolut nichts zu tun».

Verständnis bei Zuger Politikern

Am Rande der Eröffnung der Zuger Messe äusserten Zuger Politiker Verständnis für die Absage von Heinz Tännler. Der Zuger Stadtpräsident (SP) Dolfi Müller spricht von «Sippenhaftung» und von «purem Pech», dass die Kandidatur und der Fifa-Skandal zeitgleich zusammenfielen. CVP-Ständerat Peter Bieri findet das Auswahlverfahren der SVP unglücklich und attestiert Heinz Tännler einen «klugen Entscheid getroffen» zu haben.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr