Werkzeugkoffer soll Streit unter Wohneigentümern schlichten

Viele Besitzerinnen und Besitzer von Eigentumswohnungen zahlen zu wenig in den Erneuerungsfonds ein. Finanzierungsprobleme sind vorprogrammiert. Eine «Toolbox» der Hochschule Luzern soll diese Kosten genauer berechnen helfen und so Streitereien der Eigentümer unter dem gemeinsamen Dach verhindern.

Hochhäuser auf der Luzerner Allmend.

Bildlegende: Beim Kauf einer Eigentumswohnung werden die Erneuerungskosten zu wenig genau berechnet (Symbolbild). Keystone

Im Kanton Luzern hat sich die Zahl der Besitzerinnen und Besitzer von Eigentumswohnungen innerhalb von zwölf Jahren quasi verdoppelt. Allerdings würden viele falsche Berechnungen anstellen, wenn sie die Tragbarkeit der eigenen vier Wände definieren würden, erklärt Amelie-Theres Mayer von der Hochschule Luzern.

Vergessen würden die meisten, dass bei einer Eigentumswohnung auch die Kosten für die Sanierung des gemeinsamen Dachs, der Fassade oder anderer Bereiche mit eingerechnet werden müssten. Mayer hat ein Forschungsprojekt der Hochschule Luzern geleitet, welches diese Finanzierungen genauer untersucht hat. Das Resultat: Die Einträge in die Erneuerungsfonds seien meistens zu tief bemessen, Konflikte bei Sanierungsarbeiten damit vorprogrammiert.

Genauere Berechnung vergessener Kosten

Abhilfe schaffen will die Hochschule Luzern nun mit einem speziellen «Werkzeugkasten», einer Sammlung von Unterlagen, die die genaue Berechnung dieser oft vergessenen Kosten ermöglichen. Damit könnten Stockwerkeigentümergemeinschaften mit konkreten Zahlen operieren, sagt Mayer. Streitereien und böse finanzielle Überraschungen könnten so minimiert werden.

Toolbox der Hochschule Luzern