Wie Kinder von psychisch Kranken Hilfe erhalten

Menschen mit psychischen Krankheiten haben Schwierigkeiten - in ihrem Alltag und im Umgang mit ihren Angehörigen. Aber auch diese haben es häufig nicht einfach. Dies gilt besonders für Kinder, deren Mütter oder Väter an einer psychischen Krankheit leiden.

Der Luzerner Verein Traversa kümmert sich in erster Linie um Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Doch sei es enorm wichtig, auch für die Probleme der Angehörigen zu sensibilisieren, sagt Geschäftsleiterin Ursula Limacher. Traversa legt deshalb am «internationalen Tag der psychischen Gesundheit» den Fokus auf diejenigen Angehörigen, die es am schwierigsten haben: nämlich Kinder.

Deren Situation kennt Beatrix Martig von der Fachstelle für Kinderbetreuung. Häufig sei es so, dass Kinder Aufgaben ihrer Eltern übernähmen: «Sie müssen selber einkaufen gehen. Oder ihre Mutter trösten. Oder ihr sagen, sie soll aufstehen. Das ist dann eine Umkehrung und eine Überforderung.»

Häufig reicht eine bessere Organisation im Alltag

Beatrix Martig und ihr Team von Familienbetreuerinnen leisten solchen Familie Hilfe. Häufig reiche es, den Alltag besser zu organisieren. Es könne aber auch so weit gehen, dass der psychisch erkrankte Elternteil merkt, dass er einen Aufenthalt in einer Klinik braucht. Dann hilft die Fachstelle Kinderbetreuung dabei, für die Kinder eine Lösung zu finden.

Wichtig sei es in jedem Fall, dass die Familien ihr Problem nicht unter den Teppich wischten. «Wenn man sich traut, darüber zu reden und Hilfe zu holen, dann ist das eine Möglichkeit, um wieder Strukturen zu schaffen, damit man auch mit einer psychischen Krankheit leben kann.» Und damit dann auch die Kinder von Betroffenen wieder die Sicherheit erhalten, die für sie wichtig ist.