«Wir haben keine Sterbekultur mehr»

Sibylle Jean-Petit-Matile engagiert sich für den Aufbau des ersten Zentralschweizer Sterbehospiz in Luzern. Ihr sei wichtig, dass die Menschen mit dem letzten Lebensabschnitt und dem Tod wieder eine Kultur leben könnten, begründet sie ihr ehrenamtliches Handeln.

Die Ärztin Sibylle Jean-Petit-Matile im Portrait

Bildlegende: Sibylle Jean-Petit-Matile hat bisher nur positive Reaktionen für das Projekt Sterbehospiz erhalten. SRF

Im Hospiz sollen künftig acht bis neun schwer kranke und sterbende Menschen betreut, gepflegt und auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet werden.

Sibylle Jean-Petit-Matile ist praktizierende Ärztin in Meggen. «Das Leben ist nicht unendlich und der Umgang damit wird oft an den Rand gedrängt. Das Thema Tod findet in den Gesprächen der Menschen nicht täglich statt. Dabei ist der Tod so natürlich wie die Geburt», sagt sie.

Im künftigen Hospiz in der Stadt Luzern sollen schwer kranke Menschen in Würde sterben können. «Wir haben bisher nur positive Reaktionen für unser Projekt erhalten. Bei den direkten Anwohnern war zwar eine gewisse Zurückhaltung aber keine Ablehnung spürbar» erklärt Jean-Petit-Matile weiter.

Das erste Hospiz Zentralschweiz soll Ende 2016 im Gebäude des Schweizerischen Roten Kreuzes, an der Museggstrasse in Luzern eröffnet werden. Der Umbau des Hauses soll mit Spendengeldern finanziert werden.