«Wir müssen Druck machen, sonst ändert sich nie etwas»

Schweizer Jenische halten unbewilligt einen Platz in der Nähe des Pilatusmarkts in Kriens besetzt. Bei Gesprächen mit Behördevertretern wurde vereinbart, dass die Reisenden sicher bis am 27. April bleiben können. Dann will der Kanton einen provisorischen Standplatz zur Verfügung stellen.

Mike Gerzner, Präsident einer Fahrenden-Vereinigung, auf dem Standplatz in Kriens.

Bildlegende: Auch Mike Gerzner hat seinen Wagen auf dem besetzten Gelände in Kriens aufgestellt. SRF/Michael Zezzi

Vertreter der Schweizer Reisenden haben sich am Montagnachmittag mit einer Delegation von Stadt und Kanton Luzern getroffen. Dabei wurde entschieden, dass die Reisenden sicher bis am 27. April in Kriens bleiben können. Anschliessend will der Kanton einen provisorischen Durchgangsplatz zur Verfügung stellen.

Die Jenischen hatten am Wochenende mit rund 50 Wohnwagen unbewilligt einen Platz in der Nähe des Pilatusmarkts im Krienser Schlund besetzt. Sie fordern zwei bis vier feste Durchgangsplätze im Kanton Luzern.

Die Reisenden hätten in der Schweiz Anrecht auf feste Durchgangsplätze, seit einem Entscheid des Bundesgerichts im Jahre 2003. «Die Realität sieht leider anders aus», sagt Mike Gerzner, Präsident des Vereins Bewegung der Schweizer Reisenden. «Viele Behörden verweigern sich Gesprächen oder schieben das Problem auf die lange Bank.» Darum sei der Verein dazu übergegangen, mit unbewilligten Besetzungen Druck zu machen. «Die Vergangenheit hat leider gezeigt, dass sich sonst gar nichts ändert», sagt Mike Gerzner im Gespräch mit dem Regionaljournal Zentralschweiz.