Zum Inhalt springen

Zentralschweiz «Wir suchen die Quadratur des Kreises»

Der Kanton Schwyz hat noch immer keine Lösung für seine tiefroten Zahlen: Die Stimmbevölkerung hat die Flat Rate Tax am Sonntag klar verworfen. Von dieser Einheitssteuer hatte sich der Regierungsrat Mehreinnahmen erhofft. Über die Alternativen sind sich die Schwyzer Parteien uneinig.

Legende: Video Schwyzer Einheitssteuer scheiterte auch in reichen Gemeinden abspielen. Laufzeit 4:35 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 26.09.2016.

Mit dem Nein zur Flat Rate Tax, einem Einheitstarif bei den Steuern, steht der Kanton Schwyz weiterhin vor einem grossen Finanzloch. Einen Tag nach dem Entscheid sehen die Verlierer der Abstimmung noch keine andere Lösung.

FDP und SVP: Generelle Steuererhöhung nicht ausgeschlossen

Bei FDP und SVP ist aber klar: Der Kanton muss an seinem Sparkurs festhalten. Eine generelle Steuererhöhung schliessen beide Parteien aber nicht aus. Herbert Huwiler, Präsident der SVP-Fraktion im Kantonsrat: «Wir möchten ein steuerlich attraktiver Kanton bleiben. Zugleich soll der Mittelstand nicht zu stark belastet werden. Hier ist uns klar: Wir suchen die Quadratur des Kreises.»

SP: Reiche sollen stärker an die Kasse gebeten werden

Andreas Marty, Kantonspräsident der SP interpretiert das Nein zur Flat Rate Tax als Nein zur Tiefsteuerstrategie des Kantons Schwyz. Man müsse deshalb endlich diejenigen zur Kasse bitten, welche für die hohen Zahlungen in den Nationalen Finanzausgleich (NFA) verantwortlich seien: «Wir müssen dafür schauen, dass reiche Bürger auch so hohe Steuern zahlen, wie wir durch sie in den NFA-Topf zahlen müssen.»

CVP: Es gibt Alternativen

Auch die CVP hat sich gegen die Flat Rate Tax ausgesprochen. Kantonsrätin Irène May warnt aber, man solle jetzt nicht vorschnell reagieren – und die Situation nicht schwärzer malen als sie ist: «2015 haben wir besser abgeschlossen als budgetiert – so wird es auch in diesem Jahr sein. Ich war Teil der vorberatenden Kommission und weiss, dass es Alternativen gibt.»

Irène May betont aber, die Parteien müssten sich zusammenraufen und gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Wie diese aus Sicht der CVP aussehen soll, will die Partei am Dienstag aufzeigen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von K. Räschter (K. Räschter)
    Das Schlimme ist, dass Kantone wie Schwyz immer mehr zur Kasse gebeten werden (Stichwort: Finanzausgleich oder NFA) für Kantone wie zum Bsp. der Kanton Bern, welcher Massiv über seine Verhältnisse lebt. Meiner Meinung kann es doch nicht sein, dass Kantone wie Schwyz, Zug, Zürich, usw. allein dem Kanton Bern jährlich 1,2 Mia Franken (!!!) zahlen müssen und somit den eigenen guten Finsnzhaushalt in Schieflage bringen müssen. Hier muss eine andere Lösung her.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Loch vor den Wahlen, Loch nach den Wahlen, Löcher hat es im Kanton Schwyz auch auf gewissen stark befahrenen Strassen, so eine Art Verkehrshindernisse die gratis sind, wenn man nur lange genug wartet mit der Belagserneuerung, dann spart man gewissermassen doppelt. Trotzdem ist die Quadratur des Kreises unmöglich und insbesondere die SVP muss sich klar werden, ob sie ihre Wähler verärgern will oder die Superreichen höher besteuert. Ich empfehle das Zweite.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen