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Wirtschaftsförderung Luzern «Man muss geboren sein, um Netzwerker und Türöffner zu sein»

Legende: Audio Walter Stalder im Gespräch abspielen. Laufzeit 8:06 Minuten.
8:06 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 27.02.2018.

Die Wirtschaftsförderung Luzern funktioniert seit rund 12 Jahren als PPP-Modell. Der Kanton, alle Gemeinden sowie Gewerbe, Wirtschaft und Industrie tragen die Wirtschaftsförderung. Seit den Anfängen amtet Walter Stalder als Direktor. Per Ende Februar gibt er den Chefposten aus Altersgründen ab. Sein Nachfolger wird Ivan Buck.

SRF News: Über ein Jahrzehnt lang haben Sie für den Wirtschaftsstandort Luzern «geweibelt», mussten stets freundlich und gewinnend sein. Wann verging Ihnen das Lächeln?

Walter Stalder: Verkäufer, Botschafter, Netzwerker, Türöffner, dazu muss man geboren sein, das kann man nicht lernen. Es gab viele gute Momente, aber genervt habe ich mich, wenn wir ungerechtfertigt kritisiert wurden oder wenn wenig fundierte Argumente ins Feld geführt wurden.

Wie kontrollieren Sie bei Neuansiedlungen, dass nicht Briefkastenfirmen, sondern echte Unternehmungen mit Arbeitsplätzen sich im Kanton Luzern niederlassen?

Wir prüfen jede Anfrage, ob Arbeitsplätze damit verbunden sind, ob die Unternehmung Steuern zahlen will und wie die Reputation der Firma ist. Wer diese Kriterien erfüllt, erhält unser volles Engagement. Besonders stolz sind wir, dass wir Firmen wie MSD, Hershey, der grösste Schokoladenhersteller in Amerika oder eine grosse japanische Medizinaltechnik-Firma hier haben. Aber auch kleinere Firmen sind uns sehr wichtig.

Die tiefen Unternehmenssteuern haben noch nicht den erwünschten Erfolg gebracht. An was liegt's?

Wir hatten nach der Steuersenkung deutlich mehr Anfragen. Die Prognosen der Realisten zeigen sich als folgerichtig, dass es für die Kompensation ca. 5 Jahre braucht. Die Trends zeigen in diese Richtung, dass das Niveau mit neuen Steuereinnahmen wieder erreicht wird und künftig zunehmen wird.

Welche Niederlagen mussten Sie in der Wirtschaftsförderung hinnehmen?

Es gab Wegzüge von Firmen wie Mobility, weil Büroräume fehlten. Uns fehlen grosse, moderne aneinanderliegende Büroräumlichkeiten. Diese Rahmenbedingungen werden durch die Bautätigkeit langsam besser. Weh getan hat sicher auch die Schliessung von Edward Lifesciences in Horw, obwohl wir jahrelang nach Lösungen gesucht haben.

Neben Neuansiedlungen haben Sie die Kontakte zu bestehenden Unternehmungen verstärkt. Hatte man die ortsansässigen Firmen vernachlässigt?

Das ist uns sehr wichtig. Wir haben den Anspruch in allen Gemeinden Schlüsselkunden zu definieren und diese systematisch zu besuchen. Diese Kontakte müssen gepflegt werden.

Das Gespräch führte Tuuli Stalder

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