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Wochenbett-Betreuung Freischaffende Hebammen sind überlastet

Die Betreuung nach der Geburt zuhause wird wichtiger. Die freischaffenden Hebammen wollen bessere Arbeitsbedingungen.

Legende: Audio Reportage von einem Wochenbett-Hausbesuch abspielen. Laufzeit 03:30 Minuten.
03:30 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 02.05.2018.

Die freischaffenden Hebammen, die frische Mütter und ihre Babies betreuen, haben immer mehr Arbeit. Das habe mehrere Gründe, erklärt Carmen Zimmermann, Co-Präsidentin der Sektion Zentralschweiz des Hebammenverbandes: Seit der Einführung der Fallpauschalen verlassen die Mütter im Normalfall bereits nach drei Tagen das Spital. Ausserdem können die Hebammen laut Gesetz die Familien länger, nämlich bis zu 56 Tagen, zuhause betreuen.

Nicht jedes Wochenende auf Abruf

Es brauche mehr freischaffende Hebammen, ist Zimmermann überzeugt. Dafür müsse der Beruf attraktiver gemacht werden. Die Hebammen kümmern sich einerseits selber darum: sie wollen sich besser organisieren und etwa Stellvertretungen ermöglichen, damit sie nicht an jedem Wochenende auf Abruf sein müssen und kaum Ferien planen können.

Wichtig wären laut Carmen Zimmermann aber auch finanzielle Aspekte, insbesondere im Kanton Luzern. Dort erhalten die Hebammen nämlich keine Pikettentschädigung, in allen anderen Zentralschweizer Kantonen hingegen schon.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    @hpmüller: Zwei Präzisierungen, ich habe geschrieben: "wenn nichts dagegen spricht". Dann zu den Geschwistern, der familiären Präsenz, nein ich befürworte nicht, dass Kinder direkt dabei sind. Da war ich zu knapp. Es geht darum, dass die Familie umä n'isch. Of ist es sogar für Väter zu viel dabei zu sein. Das ist von Fall zu Fall abzuwägen. Wenn Sie Neugeborene und Müttern erlebt haben, die zuhause geboren wurden/haben, dann wird vieles klar. Geburt ist ein Urereignis auch das ist klar.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Es ist einfach die Geburt zuhause oder im Gebärhaus so knapp zu halten und dann großartig zu behaupten, die Spitalgeburt sei das Nonplusultra. Scheut die offizielle Spitalgeburt einen wirklichen Vergleich mit Hebammengeleiteten HausGeburten nicht, so ist es höchste Zeit, dass dieser Gebärform die gleichen Ressourcen und Entschädigungen zugestanden werden. Vorher ist es ein unfairer 'Wettbewerb. Ich bin mir sicher, dass Hausgeburten unter dem Strich um einiges günstiger und nachhaltiger sind.
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    1. Antwort von Charles Halbeisen (ch)
      Ich denke nicht, das Hebammen bereit sind, für eine Fallpauschale Hausgeburten durchzuführen. Im Gegensatz zu den Spitälern, können sie die Patientinnen nicht einfach rauswerfen, wenn der Aufwand zu gross wird.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Die Spitäler brauchen den Vergleich mit Hausgeburten überhaupt nicht zu scheuen und Ressourcen stehen im Spital wohl deutlich mehr zur Verfügung.Bei Bedarf gibt es da nebst der Hebamme eine Anaesthesieärztin, eine Anaesthesiepflegefachperson, einen OP inklusive 2 Fachpersonen,ein Labor inklusive Fachperson,ein Röntgen inklusive Fachperson und eine Fachärztin für Geburtshilfe.Das geht alles nicht gratis. Mir wäre auch nicht bekannt,dass Hausärzte auf Pikett eine Entschädigung vom Kanton bekommen
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      @hebeisen&hpmüller: Ich verstehe bei beiden nicht genau was Sie vertreten? Die Hausgeburt ist in meinen Augen, wenn nichts dagegen spricht, die Norm-Geburt. Mutter und Baby sind in ihrer vertrauten Umgebung, die Geschwister, für die ist es weniger abstrakt, etc. ....Weniger kostenintensiv. Kämen die Frauen nicht durch eine Politik, und ja es ist eine Politik der Entfremdung und Verunsicherung sich selber abhanden, wäre dies die Geburtsweise, die ich immer mehr Frauen wünsche.
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    4. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Frau Kunz, die Sterblichkeit der Kinder unter der Geburt ist etwa dreimal so hoch zu Hause wie in einem Geburtshaus oder Spital. Bei Erstgebährenden etwas mehr, bei Mehrgebährenden etwas weniger. In der Studie des Schweizer Hebammenverbandes wurden rund 1/4 (!) der Erstgebärenden unter der Geburt ins Spital verlegt. Eine Verlegung ist immer ein Risiko für Mutter und Kind. Und in keiner Kultur, wo Hausgeburten "normal" sind, sind die Geschwister bei der Geburt dabei.
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    5. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Säuglingssterblichkeit: Herr HP Müller gibt es da überhaupt genügend aussagekräftige Statistiken?
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