Zeichnungen über den Alltag in Jerusalem

Die in Kriens lebende Illustratorin Isabel Peterhans hat fünf Monate in Jerusalem als Austauschstudentin gelebt. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse hat sie in einem gezeichneten Blog veröffentlicht. Daraus ist ein Buch entstanden, das im Rahmen des Comix-Festivals Fumetto vorgestellt wird.

Die Illustratorin Isabel Peterhans vor dem Stadtplan Jerusalems.

Bildlegende: Auf dem Stadtplan von Jerusalem hat Isabel Peterhans die Schauplätze ihrer Geschichten eingezeichnet. SRF

«Es sind eigentlich einfache, ganz alltägliche Geschichten, die ich erzähle», sagt die 27-jähige Isabel Peterhans. Sie steht in der kleinen Galerie «Das Ding» in der Luzerner Neustadt. An der Wand hängen ihre Zeichnungen, die vom Leben in Jerusalem erzählen.

Fünf Monate lang hat Peterhans in der israelischen Hauptstadt als Austauschstudentin gelebt. Während dieser Zeit hat die Illustratorin hautnah erfahren, wie vielschichtig und oft verwirrend der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist. Schnell konnte eine harmlose Geschichte, ein einfaches Gespräch, politische Dimensionen bekommen.

«Geschichten mussten raus»

Zurück in der Schweiz, begann Peterhans ihre Erlebnisse zeichnend zu verarbeiten. «Die Geschichten schwirrten mir im Kopf herum und mussten raus», erzählt die gebürtige Aargauerin. Entstanden ist der Blog «Yallabyebye», der gleichzeitig ihre Abschlussarbeit an der Hochschule für Kunst Luzern darstellte. Jetzt sind aus dieser Arbeit eine Ausstellung und ein Buch entstanden, das im Rahmen des Comix-Festivals Fumetto vorgestellt wird.

Querschnitt durch das zeitgenössische Comic-Schaffen

In elf Haupt- und diversen Nebenausstellungen zeigt das Fumetto bis am 15. April einen Querschnitt durch das zeitgenössische Comic-Schaffen. Dazu gehören auch Geschichten, die für das Smartphone und Tablets gezeichnet werden. «Motion Comics» heisst die Ausstellung, an der das erneut dezentral organisierte Fumetto das Werk von Comic-Künstlern zeigt, die die technischen Möglichkeiten digitaler Träger ausnutzen.

Die Comic-Bilder bewegen sich, sind mit Sound unterlegt und erlauben es dem User, mit der Geschichte zu interagieren. Comic, Illustration, Animation und Gamedesign werden so zu einer Kunstform verbunden, in der neue technische Möglichkeiten genutzt werden.

Eine weitere Hauptausstellung ist der italienischen Künstlerin Gabriella Giandelli gewidmet. Die 1963 geborene Mailänderin malt mit Bundstiften naiv wirkende Bilder, die Vertrautheit und Surrealität vermitteln. Die Fumetto-Macher zählen Giandelli zu den wichtigsten Comic-Zeichnerinnen Europas. Sie ziehe den Leser mit geisterhaftem Sog hinter die Fassade der Normalität. Im «Comic Pop Up Center», einer weiteren Hauptausstellung, werden nicht nur fertige Comic-Geschichten präsentiert, sondern auch deren Entstehung gezeigt.

Diese Ausstellung führt finnisches und Luzerner Comic-Schaffen zusammen. Das Entstehen eines Comic kann auch bei Eric Lambé mitverfolgt werden. Als Artist in Residence hat er die Aufgabe, seine Ausstellung täglich um eine Seite wachsen zu lassen. Der 1966 geborene Lambé ist eine Pionierfigur des experimentellen Comic.

Comic-Perfomance

Ins Festival miteinbezogen ist mit seiner Sonderausstellung zu Robin Rhode auch das Kunstmuseum. Der 1976 geborene Südafrikaner Robin Rhode thematisiert in seinen Werken den Zusammenprall der westlichen und der südafrikanischen Moderne.

Jedes Jahr führt Fumetto auch einen Wettbewerb durch, an dem sich jährlich hunderte jüngerer und älterer Künstler aus der ganzen Welt beteiligen. Das diesjährige Thema heisst «Genuss oder Sucht».