Zivilschutzbunker in Luzern wird zum Konzertlokal

«Sehnsucht» ist in diesem Jahr das Thema des Innerschweizer Kulturprojektes der Albert Koechlin Stiftung. Der junge Chor «molto cantabile» arbeitet dafür mit dem Basler Audiokünstler Tomek Kolczynski zusammen und weckt beim Publikum die Sehnsucht nach Sicherheit; an einem wahrlich sicheren Ort.

Der Chor im Bunker.

Bildlegende: Eng und kalt: So fühlt es sich im Bunker mitten im Sonnenberg an. zvg/molto cantabile

Die Zivilschutzanlage Sonnenberg wurde vor 40 Jahren gebaut, um 20'000 Menschen Schutz zu bieten. Wirklich sicher fühlt man sich jedoch in diesem Labyrinth aus Gängen nicht – eher eingeschränkt und hilflos.

Dennoch sehnt sich die Menschheit nach sicheren Orten für den äussersten Notfall. «Der Sonnenbergtunnel ist gebaut für genau diesen Fall. Es ist paradox, man geht aus Sicherheitsgründen in eine völlig unsichere Region – mitten in den Berg», begründet Dirigent Andreas Felber die Ortswahl für ihr musikalisches Projekt.

Dabei ist das Publikum völlig auf sich gestellt bei einem Rundgang durch dieses Labyrinth; geleitet wird man einzig von Licht und Musik. Die Stimmen von «molto cantabile» sind dabei mal in ursprünglicher, mal in elektronisch bearbeiteter Form zu hören.

Dieser Spaziergang lässt die Besucherinnen und Besucher erahnen, wie das Leben im Bunker sein muss. Und wie unsicher man sich an diesem sicheren Ort fühlt.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr