Zug und Nidwalden entscheiden über neues Wahlsystem

Jede Wählerstimme muss gleich viel Gewicht haben, so will es die Bundesverfassung. Dies ist gleich in mehreren Zentralschweizer Kantonen nicht der Fall. Deshalb sind Anpassungen nötig. So auch in Zug und Nidwalden, wo schon 2014 die nächsten kantonalen Wahlen anstehen.

Ein Wahlzettel wird in eine Urne geworfen.

Bildlegende: Jede Wählerstimme soll künftig gleich viel Stimmkraft haben. Keystone

In Zug und Nidwalden bildet jeweils eine Gemeinde einen Wahlkreis. Jedem Wahlkreis stehen mindestens zwei Sitze im kantonalen Parlament zu. Bei diesem System haben in einigen Wahlkreisen kleine Parteien keine Chance auf einen Sitz. Stimmen für kleinere Parteien sind deshalb faktisch wertlos.

Eine Lösung dafür ist der sogenannte «doppelte Pukelsheim». Dies ist ein Berechnungssystem, bei dem zwei Mal gerechnet wird. Zuerst wird die Parteistärke über den ganzen Kanton ermittelt. Danach wird die effektive Sitzverteilung in den einzelnen Wahlkreisen berechnet. Sowohl in Zug als auch in Nidwalden kommt der «doppelte Pukelsheim» zur Abstimmung.

Mehrere Varianten in Nidwalden

Während das Volk in Zug nur über eine Variante entscheidet, gibt es für die Nidwaldnerinnen und Nidwaldner noch zwei weitere zur Auswahl. Die SVP spricht sich für eine Anpassung des aktuellen Proporzsystems aus. Sie möchte, um ein verfassungskonformes System zu haben, die Gemeinden in Wahlkreisverbünden zusammenschliessen. Die zweite Variante kommt von der Jungen CVP. Sie möchte das Majorzverfahren, also Kopf- statt Parteiwahlen, einführen.