Zug und Schwyz müssen deutlich tiefer in die Kasse greifen

316 Millionen Franken muss der Kanton Zug nächstes Jahr in den Nationalen Finanzausgleich (NFA) einzahlen - so viel, wie kein anderer Zentralschweizer Kanton. Schwyz zahlt 161 Millionen. Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin und sein Schwyzer Kollege Kaspar Michel kritisieren das NFA-System scharf.

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Solidarität unter den Kantonen

2:08 min, aus Schweiz aktuell vom 8.7.2014

Auch im Jahr 2015 gehört der Kanton Zug zu den drei grössten Geberkantonen des Nationalen Finanzausgleichs - neben Zürich und Genf. Das zeigen die Zahlen, welche die Eidgenössische Finanzverwaltung am Dienstag veröffentlichte. Wenn Zug nächstes Jahr 316 Millionen Franken zahlt, sind das rund 40 Millionen mehr als noch dieses Jahr.

Der Finanzdirektor des Kantons Zug, Peter Hegglin, kommentiert diese Erhöhung mit ungewohnt klaren Worten: «Ich war schockiert, als ich die Summe sah. Als der NFA 2008 startete, zahlte Zug noch rund 180 Millionen. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von durchschnittlich fast 9 Prozent. So kann es nicht weiter gehen.»

Auch Schwyz und Nidwalden werden mehr zur Kasse gebeten

Neben Zug muss auch der Kanton Schwyz erneut einen erheblichen Betrag in den NFA einzahlen. 2015 sind es knapp 162 Millionen Franken (+19 Mio.). Der dritte Zentralschweizer Geberkanton ist Nidwalden, der nächstes Jahr rund 21 Millionen (+2,4 Mio.) beisteuern soll.

Die Zunahme sei erwartet worden, dennoch sei sie «buchhalterisch eine Katastrophe», sagte der Schwyzer Finanzdirektor Kaspar Michel (FDP). Das Defizit des Kantons von gegen 140 Millionen Franken werde um den Betrag von knapp 20 Millionen Franken erhöht und mache zusätzliche Sparanstrengungen nötig.

Schwyzer Finanzdirektor ist verärgert

Michel äusserte sich einmal mehr verärgert über die stetige wachsende Belastung der Nettozahler im Finanzausgleich. Die Dynamik schwäche den Kanton, obwohl das Gesetz dies eigentlich verhindern müsste.

Der Kanton Schwyz habe seine Hausaufgaben gemacht und die Steuern angepasst sowie ein Sparpaket durchgepeitscht, sagte Michel. Nun brauche es Massnahmen sowie eine Perspektive, damit die Belastung nicht grenzenlos weiter steige.

Luzern stärker in der Bredouille

Der grösste Empfänger in der Zentralschweiz bleibt der Kanton Luzern. Er erhält 332 Millionen Franken und damit 17 Millionen weniger als im laufenden Jahr. Auch Uri und Obwalden müssen mit weniger Geld aus dem Finanzausgleich auskommen.

Im Kanton Luzern war erwartet worden, dass weniger Geld aus dem Finanzausgleich anfällt. Dennoch ist man vom Rückgang überrascht.
Die Schweizer Rangliste mit den Netto-Einzahlern pro Kopf führt der Kanton Zug an. Er zahlt pro Einwohner 2806 Franken in den Finanzausgleich. Dahinter folgt Schwyz mit 1108 Franken pro Kopf. Bei den Bezügern führt Uri die Rangliste an. Pro Kopf erhält der Bergkanton 2463 Franken aus dem Finanzausgleich.