Zuger Sparpaket beeinflusst den geplanten Stadttunnel

Der Kanton Zug will jährlich bis zu 100 Millionen Franken einsparen. Gestern hat die Regierung ein entsprechendes Sparpaket präsentiert. Eine der grössten Investitionen betrifft den geplanten Zuger Stadttunnel. Diese Pläne kommen nun im Zuge der Sparanstrengungen unter Druck.

Die Stadt Zug aus der Vogelperspektive.

Bildlegende: Ab 2030 soll ein 2,7 Kilometer langer Tunnel die Stadt Zug vom Verkehr entlasten. Keystone

Mit Kosten von einer knappen Milliarde Franken ist er eines der ganz grossen Bauprojekte des Kantons Zug: Der Stadttunnel soll Zug vom Durchgangsverkehr entlasten. Nach der Ankündigung des Sparpakets der Zuger Regierung spüren die Kritiker des Projekts nun Rückenwind.

«Wenn die Finanzlage des Kantons tatsächlich so dramatisch ist, wie das die Regierung gestern dargelegt hat, dann ist der Stadttunnel gestorben. Die Investionen sind zu risikoreich», sagte Kantonsrat Andreas Lustenberger (AF) gegenüber Radio SRF.

Auch auf bürgerlicher Seite gibt es Fragezeichen. CVP-Parteipräsident Martin Pfister sieht im Stadttunnel ein Schlüsselprojekt, das im Zusammenhang mit dem Sparpaket besonders hinterfragt werden müsse.

Sparhebel nicht überstürzt ansetzen

Für den Zuger Baudirektor Heinz Tännler ist der Zuger Stadttunnel ein Generationenprojekt; dieses dürfe nicht wegen einer kurzfristigen finanziellen Notlage gestrichen werden. Man prüfe jetzt bei der Baudirektion alternative Finanzierungsmöglichkeiten, die den Staatshaushalt weniger stark belasten würden. Diese will der Baudirektor dem Kantonsrat im September vorstellen.