Zweites «Chindsgi»-Jahr bleibt in Obwalden freiwillig

Die Obwaldner Gemeinden können weiter selber entscheiden, ob sie ein zweites Kindergartenjahr anbieten wollen. Das Kantonsparlament hat eine entsprechende Vorschrift abgelehnt.

Spielende Kinder in einem Kindergarten

Bildlegende: Spielen im Kindergarten: Ob es zwei Jahre sein können, bleibt in Obwalden den Gemeinden überlassen. Keystone

Pia Berchtold-von Wyl (CVP) hatte in einer Motion gefordert, dass die Einwohnergemeinden ein zweites Kindergartenjahr anbieten müssten, der Besuch aber freiwillig bleibe. Im zweijährigen Kindergarten könnten im Gegensatz zum einjährigen Angebot Entwicklungsstörungen, Sprachdefizite und Verhaltensauffälligkeiten früh angegangen werden.

Gemeinden bezahlen

Für Bildungsdirektor Franz Enderli hingegen gibt es keinen Anlass, die Kompetenz zur Einführung eines zweiten Kindergartenjahres zu ändern und nicht mehr bei den Gemeinden zu belassen. Schliesslich müssten auch die Gemeinden das Angebot finanzieren, sagte er.

Den Argumenten des Regierungsrats folgten auch alle Fraktionen. Das heutige System habe sich bewährt. Mehrere Gemeinden hätten die Zeichen der Zeit erkannt und würde das zweite Jahr bereits freiwillig anbieten. Die Motion wurde mit 43 zu 5 Stimmen abgelehnt.

In Obwalden bieten Giswil (seit 2007), Alpnach (2009) und Engelberg (2011) ein freiwilliges zweites Kindergartenjahr an. In weiteren Gemeinden ist die Diskussion im Gang. Wo das Angebot besteht, besuchen gemäss Regierung 75 bis 80 Prozent der Kinder ein zweites Kindergartenjahr.