12 Monate bedingt für Affoltemer Gefängnismitarbeiter

Das Bezirksgericht Affoltern verurteilt einen ehemaligen Kadermitarbeiter des Gefängnisses wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung zu 12 Monaten Gefängnis bedingt. Der Mann muss dem Gefängnis Affoltern am Albis ausserdem die gestohlenen knapp 48'000 Franken zurückzahlen.

Gefängnis Affoltern von aussen betrachtet

Bildlegende: Was lief schief hinter den Mauern des Gefängnisses Affoltern? Ein Kadermitarbeiter wurde wegen Veruntreuung verurteilt. Keystone

Das Bezirksgericht Affoltern hat am Freitagmorgen einen ehemaligen Mitarbeiter des Gefängnisses Affoltern am Albis verurteilt. Für die 12-monatige bedingte Freiheitsstrafe gilt eine Probezeit von zwei Jahren.

Der Richter ging damit über die Strafanträge der Verteidigung (sechs Monate Gefängnis bedingt) und der Staatsanwältin (neun Monate Gefängnis bedingt) hinaus. Als Beamter einer öffentlichen Anstalt stehe der Mann in einer anderen Verantwortung als ein einfacher Angestellter, begründete der Richter das Strafmass.

Gefängnis-Angestellte wurden selbst kriminell

Der Verurteilte hatte sich im August 2014 selbst gestellt und zugegeben, von Januar 2012 bis August 2014 jede Woche Geld aus dem Tresor der Gefängniskanzlei genommen zu haben. Insgesamt hatte er so knapp 48'000 Franken gestohlen, um private Rechnungen zu begleichen.

Das Gefängnis Affoltern am Albis geriet im September 2014 in die Schlagzeilen, als publik wurde, dass ein Kadermitarbeiter Geld veruntreut haben soll. Eine weitere Mitarbeiterin soll mit Drogen gehandelt und den Gefängnis-Insassen Fastfood ins Gefängnis gebracht habe. Beide Mitarbeiter wurden darauf fristlos entlassen, der Gefängnisdirektor zuerst von seinem Posten suspendiert und später versetzt.