2800 Leserbriefe: Es begann mit einem Lausbubenstreich

Er war wohl einer der fleissigsten Leserbriefschreiber weitherum: Jetzt, im Alter von 67 Jahren, mag Roger E. Schärer nicht mehr in die Tasten greifen. Schuld daran ist der Gripen.

Hört mit Leserbriefschreiben auf: Roger E.Schärer

Bildlegende: Hört mit Leserbriefschreiben auf: Roger E.Schärer SRF

38 Jahre lang hat er seine Meinung geäussert, in rund 2800 Leserbriefen. Erschienen sind sie vor allem der «Zürichsee-Zeitung», aber auch in diversen anderen Publikationen. Sein letztes grosses Thema war die Gripen-Abstimmung. Der Armeeoberst schrieb zahlreiche Briefe gegen den Jet. Das habe wütende Reaktionen provoziert, erzählt Schärer im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Zum Teil waren es Reaktionen weit unter der Gürtellinie». Deshalb habe er jetzt genug.

Das Verhältnis des Vizerektors

Die Initialzündung zu seiner Leserbrief-Kaskade sei in seiner Mittelschulzeit gekommen: «Weil ich einen Streich gespielt hatte, durfte ich nicht an die Schul-Weihnachtsfeier.» Das habe ihn derart in Rage versetzt, dass er im «Tages-Anzeiger» einen Leserbrief mit pikantem Inhalt platziert habe: Darin habe er vom ausserehelichen Verhältnis des Vizerektors seiner Schule berichtet.