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Abschied von Josef Lisibach «Der Kopf des SVPlers ist rasch auf dem Tablett!»

Winterthurs Bauvorsteher muss nach nur einer Amtsperiode sein Büro räumen. Ein Gespräch über Bauideen ohne Realisierung.

Portrait des SVP-Stadtrats Josef Lisibach
Legende: SRF

Gross war die Freude bei der SVP, als Josef Lisibach bei den Wahlen 2014 in den Winterthurer Stadtrat einziehen konnte. Dies hatte es seit zwölf Jahren nicht mehr gegeben. Der Freude folgte vier Jahre später die Ernüchterung. Josef Lisibach verlor seinen Sitz im Stadtrat an die SP-Kandidatin Christa Meier, muss seinen Posten nach nur einer Legislatur wieder räumen. Nun bleiben Bauvorsteher Josef Lisibach noch wenige Wochen in seinem Departement.

Josef Lisibach

Josef Lisibach

SVP-Stadtrat Winterthur

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SVP-Politiker Josef Lisibach wurde 2003 in das Winterthurer Stadtparlament gewählt. Er war Mitglied der gemeinderätlichen Kommission «Sicherheit und Soziales» und präsidierte den Grossen Gemeinderat 2012/2013. Seine politischen Schwerpunkte waren Sicherheit, Schule und Verkehr.

Im Februar 2014 kandidierte Lisibach für den Winterthurer Stadtrat und wurde gewählt. Er holte nach zwölf Jahren für die SVP den Exekutiv-Sitz auf Kosten der SP zurück und übernahm das Bau-Departement. Bereits vier Jahre später verlor Lisibach den Sitz allerdings wieder an die SP.

Josef Lisibach ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt im Winterthurer Stadtteil Wülflingen. Als Hobby bezeichnet er Familie, Reisen und Lesen.

SRF: Am 4. März wurden Sie als Winterthurer Stadtrat abgewählt. Josef Lisibach, wie haben Sie diesen Tag erlebt?

Schon als die ersten beiden Wahlkreise ausgezählt waren, habe ich gemerkt, dass es sehr eng werden würde. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet - und übrigens auch niemand aus den anderen politischen Lagern. Ich war wirklich überrascht. Aber bei einem engen Rennen ist der Kopf des SVPlers noch schnell auf dem Tablett.

Und mit welchen Emotionen schauen Sie heute, zwei Monate später, auf die Stadtratswahlen zurück?

Völlig gelassen, völlig objektiv. Ich bin ein sehr realistischer Mensch. Ich musste vor allem meine Familie trösten - und meine Mitarbeitenden. Die hat das sehr mitgenommen. Ich selbst habe eine Nacht einfach sehr schlecht geschlafen.

Aber Sie wären schon lieber Stadtrat geblieben?

Ja selbstverständlich. Ich hätte sehr gerne eine weitere Legislatur in Angriff genommen. Denn in der ersten Legislatur legt man eigentlich primär den Grundstein, lernt seine Dossiers bis ins Detail kennen. Und in der zweiten Legislatur könnte man dann Projekte ausführen. Diese Pläne waren vorhanden gewesen - mit klaren Zielsetzungen und Stossrichtungen.

Wo ist es Ihnen als Bauvorsteher in diesen vier Jahren trotzdem gelungen, Winterthur lebendiger zu machen?

In vier Jahren kann man eigentlich nur den Teil begleiten, der gerade am Laufen ist. Ich habe also Projekte weitergeführt oder ins Ziel geführt, die schon viel früher aufgegleist wurden. Beim Winterthurer Hauptbahnhof durfte ich zum Beispiel den Spatenstich zur Gleisquerung übernehmen. Dieses Projekt ist mittlerweile mit seinen zwei schönen Plätzen fertig. Es gibt noch weitere Projekte. Aber: In vier Jahren ist es nicht möglich, von der Idee bis zur Realisierung zu kommen.

Das ganze Interview mit dem Winterthurer Stadtrat Josef Lisibach finden Sie im Audiofile. Das Gespräch führte Nadine Markwalder.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    In urbanen Gossagglomerationen und Gross-Städten wird ein SVP-Sitz zum richtigen Schleudersitz! Wie im Fussball der Job des Trainers, ist ein Stadtrats- oder Gemeinderats-Sitz eines SVP'lers der pure "Schleudersitz", der beim kleinsten Fehler oder falschen Wort sofort auslöst! Wäre ich noch im aktiven Leben und ein SVP-Politiker, würde ich nie in einer Stadt kandidieren! Als SVP'ler zählen Kenntnisse, Einsatzbereitschaft und sachliche Politik gar nichts! Josef Lisibach erlebt nun dieses Faktum!
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    1. Antwort von Tobias Weiss (Weiss)
      Danke Herr Bolliger. Sie treffen es Wortwörtlich auf den Punkt. Es ist schade es sollte eigentlich um die Sache und die Arbeit gehen und nicht ums Parteibuch..Es ist aber so. Sowohl von den Medien als auch von den Parteien wird so Stimmung gemacht..Hauptsache gegen die SVPer. Danke für den guten Kommentar.
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