Abstimmungsvorlagen vom 28. Februar mobilisieren wie selten

Brieflich sind in den Zürcher Städten und Gemeinden so viele Stimmen eingegangen, wie schon lange nicht mehr. In der Stadt Zürich zum Beispiel liegt die Beteiligung am heutigen Stichtag um 13 Prozent höher als vor zwei Jahren, als über die Masseneinwanderungsinitiative der SVP abgestimmt wurde.

Hände, die auf auf einem Tisch ausgebreitete Stimmzettel sortieren.

Bildlegende: Am 28. Februar 2016 werden die Stimmenzählerinnen und -zähler voraussichtlich alle Hände voll zu tun haben. Keystone

Bis am heutigen Stichtag, dem 23. Februar, haben in der Stadt Zürich bereits 47,4 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimmzettel eingeschickt. Fünf Tage vor dem Termin sind das schon mehr als an «normalen» Abstimmungswochenenden. Wenn keine Vorlagen die Gemüter erhitzen, liegt die Stimmbeteiligung in der Stadt Zürich bei etwa 40 Prozent.

In der Stadt Zürich geht man von einer Stimmbeteiligung von etwa 60 Prozent aus. «Wenn die Zuwachsraten der letzten Tage anhalten, könnten wir sogar die 60 Prozent-Marke übersteigen», meint Stefan Mittl, Leiter Abstimmungen und Wahlen der Stadt Zürich. Das wäre die Hälfte mehr als an einem durchschnittlichen Abstimmungssonntag.

Wer profitiert?

In Winterthur rechnet man ebenfalls mit einer Beteiligung von gegen 60 Prozent. Und auch andere Gemeinden melden eine überdurchschnittlich hohe Rücklaufquote bei der brieflichen Stimmabgabe.

Es sind vor allem die nationalen Vorlagen, die das Stimmvolk an die Urne treiben – allen voran die Abstimmung über die Durchsetzungsinitiative der SVP. Wer von dieser hohen Stimmbeteiligung profitieren könne, sei schwierig zu sagen, meint der Politologe Daniel Bochsler: «Es ist für mich unmöglich abzuschätzen, ob es sich um eine SVP-Mobilisierung handelt oder um eine des gegnerischen Lagers.»