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Zürich Schaffhausen Aeppli: «Ich weise den Vorwurf ganz klar zurück»

Die Bildungskommission wirft der Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli vor, ihre Kompetenzen bei den Vorfällen am Medizinhistorischen Institut überschritten zu haben. Nun wehrt sich Aeppli in einer öffentlichen Stellungnahme.

Legende: Video «Vorwürfe gegen Aeppli verhallen vorerst» abspielen. Laufzeit 2:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.06.2014.

Ein Bericht der Kommission Aufsicht Bildung und Gesundheit (AGB) des Zürcher Kantonsrats belastet Bildungsdirektorin Regine Aeppli schwer.

Legende: Video «Regine Aeppli äussert sich zu den Vorwürfen» abspielen. Laufzeit 3:44 Minuten.
Vom 09.06.2014.

Sie soll die Entlassung von Christoph Mörgeli – dem damaligen Kurator des Medizinhistorischen Museums – faktisch angeordnet und damit ihre Kompetenzen als Uniratspräsidentin überschritten haben. Nun nimmt Aeppli öffentlich Stellung zu den Vorwürfen.

«Ich habe schon in der Kommission erklärt, wie sich die Sache zugetragen hat, und ich werde es auch heute wieder sagen: Ich weise den Vorwurf der Kompetenzüberschreitung ganz klar zurück», sagt Aeppli im Gespräch mit SRF.

Sie sei sich jederzeit bewusst gewesen, dass Personalangelegenheiten der Universität nicht in der Kompentenz der Uniratspräsidentin liegen. «Ich ging davon aus, dass dies auch dem Rektor voll bewusst war. Und selbst wenn es das nicht war, so hätte ihn spätestens sein Rechtsdienst darauf hinweisen müssen.» Rektor Andreas Fischer sei frei in seinem Handeln gewesen.

«Es war auch von der Kündigung die Rede»

Das betreffende Gespräch habe in der Woche vor der zweiten Mitarbeiterbeurteilung Mörgelis stattgefunden – als «medial schon alles drunter und drüber ging».

«Ich habe gesagt, wir sollten eine Auslegeordnung machen, wie diese Woche bestritten werden soll», erklärt Aeppli. «Wir haben verschiedene Handlungsoptionen geprüft – unter anderem war auch von einer Kündigung die Rede. Wir haben das Personalgesetz zusammen angeschaut. Denn es war ja auch noch eine Mitarbeiterin des Rechtsdiensts anwesend. Ich habe einfach gesagt, es sei jetzt entschiedenes Handeln angesagt.»

«Von ‹fristlos› war nie die Rede»

Hat der Rektor die Bildungsdirektorin falsch verstanden? Er sprach gegenüber der Kommission von einer angeordneten Kündigung. Dabei sei auch das Wort «fristlos» gefallen.

Von einer «fristlosen» Kündigung sei jedoch nie die Rede gewesen, sagt Aeppli. Der Rektor habe der Unileitung mitgeteilt, er werde die Kündung aussprechen. Später habe er auch dem Universitätsrat gesagt, die Kündigung in eigener Verantwortung veranlasst zu haben.

Über einen sofortigen Rücktritt ihrerseits sagt Aeppli: «Ich sehe nicht, warum ich das tun sollte.» Sie hätte ja ihren Rücktritt auf Ende dieser Amtsdauer erklärt – und bis dann noch einige Vorhaben zu bewältigen. Zu den Wahlen 2015 tritt sie nicht mehr an.

In der Medienkonferenz betonte Aeppli, die einseitige Darstellung im Bericht verunmögliche eine umfassende Bewertung der Vorkommnisse. Ein laufendes
personalrechtliches Verfahren an der Universität sei durch eine Indiskretion gestört worden, was zu einem grossen medialen Interesse geführt habe.

Diese Situation sei für alle Beteiligten an der Universität, in der Universitätsleitung und im Universitätsrat eine grosse Herausforderung gewesen. Die ABG messe dem Ursprung dieser Auseinandersetzung zu wenig Bedeutung bei.

52 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann, Fuqing
    wie auch immer, jemand MUSSTE eine Bresche schlagen, der UniZ-Leitung im entscheidenden Moment den Ruecken staerken und dafuer die Lanzen der SVP akzeptieren. Fuer die Uni ist nach dem Desaster nun Aufatmen angesagt ...
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    1. Antwort von Peter Oberholzer, Luzern
      Wenn Sie nach einem solchen Skandal einfach aufatmen können, haben Sie ein sehr einfaches Weltbild. Richtig ist vielmehr, wie der Kommissionsbericht des Kantonsrats zeigt, dass dieser Augias-Stall ausgemistet werden muss. Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft werden das gleiche Ergebnis zeitigen. Auch wenn man gegen die SVP ist: Was sich diese linke Seilschaft und der Tages-Anzeiger geleistet haben, war nicht nur unanständig, sondern muss aufsichts- und strafrechtlich aufgearbeitet werden.
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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Das einzig richtige ist getan worden: Ein Mitarbeiter mit ungenügenden Leistungen wurde entlassen, nachdem man feststellte, dass eine Entlassung ganz offensichtlich schon längst fällig gewesen war. Wie man es auch getan hätte, den Riesenaufschrei nach gängigem SVP-Muster hätte es so oder so gegeben, alles Ablenkungsmanöver.
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  • Kommentar von Vreni Müller, Chur
    Frage an die lieben und netten Schreiber: Herr Mörgeli hat also jahrelang schlecht gearbeitet. Bei UBS oder CS schreit ihr immer: DER CHEF MUSS GEHEN! Warum hört man hier keinen Ton? Wäre nicht Herr Condrau zuständig seine Untergebenen zu kontrollieren oder es besser vormachen? Schliesslich ist er ja der CHEF. Dieser Herr Condrau ist für mich die Wurzel des Übels!!!!
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    1. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Nein Frau Müller, Sie liegen (wissentlich) falsch. Das war sein früherer Chef, Prof. Rüttimann. Prof- Condrau hat die Mängel in seiner ersten Beurteilung aufgezeigt. Bitte nicht immer neue Ablenkungsmanöver versuchen.
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